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My Soul Is My Gun

Label: Locomotive Music (2004)

Falls sich Motörhead irgendwann mal persönlich um ihre Nachfolge kümmern sollten, hätten Bellgrave gute Chancen, zumindest in die engere Auswahl zu kommen. Rotz Rock aus good old Germany und noch mehr. So könnte man kurz die Musik des Fünfers beschreiben, der schon seit geraumer Zeit ein Dasein im Undeground fristet. Obwohl man bei einigen Talentwettbewerben auf sich aufmerksam machen konnte, hat man den Sprung aus dem Undeground bislang vefehlt. Dies soll sich nun mit dem zweiten Release ändern und die Chancen hierfür stehen nicht schlecht.

14 Songs sind auf dieser Scheibe vertreten und obwohl die Songs allesamt ein einheitliches Strickmuster aufweisen, wird das Album zu keiner Sekunde langweilig. Die Melodien sind allesamt sehr eingängig gehalten, dass Tempo wird gekonnt variiert, neben fetzigen Rock ‚N’ Roll Nummern wie beispielsweise dem Opener ‚Cold Bleeding Angel’ ‚My Soul Is My Gun’ oder auch ‚Rallesnakes Rattle’ stellt die Band ihre Klasse auch mit einigen treibenden Tracks (,Repayment’ ,Back In Town’) unter Beweis. Vor allem letzter erinnert nicht nur durch den Titel sondern auch durch die einleitenden Gitarren an die Rückkehr eines Revolverhelden in seine Stadt. Der genial einfache und dennoch mitreißende Chorus lässt dieses Stück zu einem der Highlights dieser Scheibe werden. Es fällt allgemein auf, dass viele der Titel mit sehr schönen, ruhigen Gitarren Melodien eingeleitet werden, bevor die Post richtig abgeht. Das Schlagzeug brettert so richtig schön an die Front, zudem ist die Produktion sehr basslastig ausgefallen, was den Tracks nur gut tut. Sänger Danny lässt sich gesanglich zwar weniger mit Lemmy vergleichen, dafür hat der Fronter ebenfalls ein ausdrucksstarke und eigenständige Stimme. Bellgrave scheuen in dieser Hinsicht auch keine Experimente, die Gesangsmuster sind teilweise verzerrt, die Vocals manchmal nur gesprochen. Eine gelungene Mischung, die das Album aufpeppt und trotzdem nicht zu modern klingen lässt. Ein Ausfall ist trotz 14 Songs nicht auszumachen, im Gegenteil: Ein Kracher jagt den nächsten, sodass man die 45 Minuten Spielzeit auch vollends ausnutzen kann.

„My Soul Is My Gun“ überzeugt durch und durch. Wer bereits auf die Scheibe von The Shitheadz abfuhr, wird auch hier seine helle Freude haben.

Oliver Bender






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