Reviews

Sirens And Condolences

Label: Victory Records (2004)

Bayside, ist das nicht eine Stadt in den Staaten oder einfach nur eine geniale Combo aus selbiger? Nun ja dazu müsste man erstmal in das neue Material - des Debüt-Albums „Sirens And Condolences“ - des Quartetts hineinhören, um dies beurteilen zu können…

Gleich zu Beginn legen sich die vier Jungs Steine in den Weg, denn wer den ersten Track ‚Masterpiece’ nennt muss erhebliche Argumente dafür haben. Und? Werden Bayside dem Titel gerecht? Aber hallo. Bereits nach den ersten Takten des Openers wird klar, dass die Jungs keine Zeit verlieren und gleich zur Sache kommen. Harte, hämmernde Gitarren bestimmen anfänglich das Bild von ‚Masterpiece’, ehe Sänger Anthony das Ruder an sich reißt und mit seinem mitreißenden Gesang zu brillieren weiß, besonders der Chorus schwingt noch eine ganze Weile nach. In ‚Poison In My Veins’ wird es ein wenig geselliger und man findet sich eher in der Emo-Ecke á la Jimmy Eat World und Konsorten wieder. Wie es bei der emo(tionalen) Musik so üblich ist, stehen die Lyrics und somit die Vocals stark im Vordergrund und die Instrumentalisten geraten ein wenig ins Abseits, nicht so bei ‚Poison In My Veins’. Zwar strahlt der Gesang von Anthony eine unheimliche Energie aus, aber das ein oder andere Zwischenspiel, besser bekannt als Solo, durchbricht diese Souveränität. Einen eher ungewöhnlichen, aber überaus genialen Song bietet „Sirens And Condolences“ mit ‚Phone Call From Poland’. Das es sich um eine todernste Thematik handelt wird nur durch die instrumentelle Atmosphäre klar, die Vocals klingen eher positiv, irgendwie strange, aber absolut geil. Auch in ‚Alcohol And Altar Boys’ geht es um das Thema eines verpfuschten Lebens. Die Dramaturgie des Songs kommt wirklich wie ein Lebenslauf rüber: düster aber fröhlich klingende Anfänge, werden durch ziemlich gleichgültig klingende Passagen abgelöst und mit einem ziemlich abrupten Schluss beendet. ‚How To Fix Everything’ wird hingegen wunderschön durch eine Orgel eingeleitet, ehe eingängige Gitarren und weiche, zarte Vocals das Gesamtbild prägen, ohne einen wirklichen Höhepunkt zu erlangen. Auch solche tiefgängigen Songs gehören natürlich standardmäßig auf eine Rockscheibe. Spätestens in ‚Kellum’ geht es ja dann wieder so richtig zur Sache. Das viel zu frühe Ende besiegelt ein weiteres Highlight namens ‚Guardrail’. Passend zum Ende einer jeden Beziehung, denn hier steht der Wunsch seinen Gegenüber umzubringen eindeutig im Vordergrund. In ‚Guardrail’ kommt noch einmal alles zusammen, was diesen Silberling bisher ausgemacht hat: emotionale Vocals, viele Rhythmuswechsel und unheimlich variationsreiche Gitarren. Leider ist das Abenteuer „Sirens And Condolences“ schon nach nervenaufreibenden 40 Minuten vorbei. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich Qualität durchsetzt.

Nils Manegold






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