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Barilari
Barilari

Label: Drakkar (2003)

Man lernt immer wieder dazu. Der Name Barilari hatte mir bis dato in Sachen Metal gar nichts gesagt. Nachdem sich der besagte Begriff als Überschrift eines neuen Promoexemplares erwies, begann die Ursachenforschung: Wer oder was ist das? Wahrscheinlich hätten mich alle Argentinier für diese Frage ausgelacht, denn Adrian Barilari ist der bekannteste argentinische Rock Sänger. Hauptamtlich fungiert er bei der Band Rata Blanca, die in Südamerika eine große Nummer ist und bereits über eine Million Platten verkauft hat. So viel zur eingangs erwähnten Frage.

Wie klein die Welt ist, beweist wieder einmal das Aufgebot für das erste Solo Album des besagten Sängers: Mit Jukka Nevalainen (d), Emppu Vourinen (g) sowie Sami Vänskä (b) ist die halbe aktuelle bzw. ehemalige Nightwish Crew am Start, für die Keyboards konnte man einen gewissen Jens Johannson (ex-Malmsteen, Stratovarius) verpflichten. Aufgenommen wurde die Scheibe in den Finnvox Studios, in denen auch Nightwish an ihren bisherigen Scheiben gearbeitet haben.

Natürlich schießen bei diesen Namen die Erwatungen sofort in die Höhe. Um es vorweg zu nehmen: Diese werden nur bedingt erfüllt. Die Musik des Argentiniers bewegt sich im midtempo orientierten Melodic Metal Bereich mit sehr vielen Parallelen zu klassischen Hard Rock Tracks. Stimmlich bildet der Frontmann das südamerikanische Pendant zu Timo Kotipelto und scheut sich zuweilen auch nicht davor, seine Vocals in schwindelerregende Höhen zu bewegen. Das Album an sich kommt nur langsam in Schwung, die ersten drei Tracks sind allesamt enttäuschend. Hört sich an wie Stratovarius, nur eine ganze Spur langsamer und auch schlechter. Zu allem Überfluss hat sich Keyboarder Jens Johannsson nur selten im Griff. Jens, wir wissen, dass du einer der besten bist, du musst es nicht mehr beweisen. Natürlich hat die Scheibe auch einige Sahnestücke zu bieten, alles andere wäre bei diesem Aufgebot auch eine Enttäuschung. Zu den Krachern gehören auf jeden Fall ,Beginning And End’, ein druckvolles Uptempo Stück im Strato Stil. Nicht minder genial ist auch das treibende ,Owner Of A Dream’, ein Genuss für jeden Hard Rock Liebhaber, ähnlich ist auch ,Raindrops Of Fire’ veranlagt. Die Ballade ,See You Smile’ lässt auch mal die Akustik Gitarren aufklingen während ,Your Private Conquest’ sehr viel Rhythmusgefühl entfacht. Am Sound gibt es nichts zu meckern, zudem ist das Album in einem edlen, komplett in silber gestalteten, Booklet gehalten, was die Kaufentscheidung zusätzlich zum positiven bewegen dürfte.

Wer glaubt, dass die Nightwish / Straovarius Kombi in neue Dimensionen vorstößt, der irrt. Das Album hat einige Ausfälle (vor allem zu Beginn) zu verzeichnen und geht zudem stilistisch in eine andere Richtung. Den Ausfällen stehen auch einige Highlights entgegen, insofern eine solide Scheibe, die alle Melodic Metal Fans mal antesten sollten.

Oliver Bender






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