Reviews

Barden, Gary John
Past And Present

Label: Escapi Music Group (2004)

Was ich jetzt tue, hasse ich aus tiefstem Herzen: ich schreibe eine eher negative Kritik über einen Musiker, der mir in meiner Teeniezeit (oh Gott, wie lange ist das eigentlich her?) sehr viel bedeutet hat. Die Rede ist von Gary John Barden, den meisten wohl eher ohne den mittleren Namen als Originalsänger von MSG bekannt. Nach seiner Zeit bei Michael Schenker lief dann gar nicht mehr so viel, ein bisschen Statetrooper, kurzes Gastspiel bei Gary Moore, dann Firmengründung im Computerbereich, ein Gastspiel bei Praying Mantis und ein sehr kurzes Engagement bei Company Of Snakes. In jüngster Vergangenheit dann noch Silver mit dem ehemaligen Gillan Gitarristen Bernie Torme und Deep Purples Don Airey und die recht gelungene Reunion von Statetrooper.

Und jetzt? Die erste Soloplatte. Wozu? Es befinden sich fast nur Coverversionen von frühen MSG Songs auf dem Album, die klingen als hätte man ihn in ein Feriencamp mit David Lee Roth auf Hawaii gesperrt. Akustikgitarren säuseln dort, wo wir noch Herrn Schenkers gnadenlose Riffs im Ohr haben, die Produktion wirkt vergleichsweise blutarm und es stellt sich wie immer die Frage: was soll man mit Neuaufnahmen machen, die Meilen unterhalb des Niveaus der Originale liegen? Wo liegt der Sinn? Ich frage mich bei solchen Veröffentlichungen nach der gedachten Zielgruppe und – mir fällt keine ein! Nein, es bleibt nur zu hoffen, dass die nachfolgenden Veröffentlichungen des Herrn Barden eher wieder den Gehalt der Silver und Statetrooperscheiben erreichen. Denn so etwas, braucht keiner wirklich, auch wenn handwerklich natürlich alles ganz gut ist. Vielleicht noch eine kleine Anregung für die nächste Soloplatte: wer wünschte sich nicht Songs von Praying Mantis im Salsagewand mit leichten Calypsoanklängen?

Frank Scheuermann






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