Reviews

Houston, We Have A Drinking Problem

Label: Honest Don's (2002)

Endlich ist es soweit, das langerwartete erste full length Album von Joey Capes Bad Astronaut „Houston, We Have A Drinking Problem” liegt nun vor mir. Noch kurz vor dem endgültigem Release gab es Probleme, denn zu erst sollte die Scheibe über My Records erscheinen, doch der Betrieb wurde auf Grund schwacher Verkaufszahlen eingestellt und so fand sich mit Honest Don’s kurzfristig doch noch ein Label, so dass der Silberling pünktlich in den Läden steht. Außerdem erweiterte man das Line-Up von zuletzt vier Leuten auf ganze sieben, die alle ihren Teil dazu beitragen, das an „Houston, We Have A Drinking Problem“ so schnell keiner vorbeikommt. Aber kommen wir nun zu den 14 spacig-punkigen Tracks, die Bad Astronauts „Houston, We Have A Drinking Problem“ zu bieten hat…

Schon der Opener ‚These Days’ kann als Kleinausgabe des kompletten Longplayers genommen werden, denn man bekommt einfach alles (in knappen 4.17 Minuten) geboten was diese Band ausmacht: emotionale Vocals, mehrstimmiger Gesang, akustische und verzerrte Gitarrenarbeit, Klaviereinlagen, Synthesizer, diverse Einspielungen, etc. An Nummer drei folgt dann auch schon mein Favorit. ‚Single’ heißt dieser Lovesong über eine verflossene Liebe, der wohl mit dem besten Punkrock-Riffing ausgestattet ist, was ich bisher hören durfte. Die folgenden vier Tracks müsste man von Armchair Martian in Erinnerung haben, denn zum einen ist ‚Break Your Frame’ ein Armchair Martian Cover und zum anderen waren die Tracks fünf bis sieben auf der Split EP mit selbiger Band enthalten. Einziger Unterschied: diesmal spielen Bad Astronaut die Songs selbst und das in Perfektion, zum Beispiel wurde in ‚Disarm’ ein grandioses Gitarrensolo eingebaut, was doch sehr starke Parallelen zu Queen aufweist. Ein weiteres persönliches Highlight ist der Song ‚If I Had A Son’, eine gefühlvolle und akustische Instrumentalisierung, wobei eindeutig das Klavier den Ton angibt, bevor das Ganze seinen Höhepunkt in einem kurzen Punk-Outro findet. Auch ‚Another Dead Romance’ schlägt in dieselbe Kerbe, lediglich der punkige Part setzt etwas eher ein und bestimmt diesen Song, dessen Zeilen ziemlich eingängig rüberkommen. Mit ‚Our Greatest Year’ und ‚The Passenger’ lässt man diese Wahnsinnsscheibe etwas gemächlicher ausklingen. Knappe acht Minuten hat man nun Zeit um zum letzten Mal die Augen zu schließen und andächtig den klängen von Bad Astronaut zu lauschen.

Alles in Allem ein grandioses progressives Punkalbum, das das Prädikat musikalisch wertvoll verdient, fehlt nur noch, dass man mit einem Orchester die nächste CD bestreitet. Was Ayreon im Metal-Bereich ist, sind Bad Astronaut im Punk-Bereich, einfach göttlich.

Nils Manegold






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