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Bad Astronaut vs. Armchair Martian - War Of The Worlds EP

Label: Owned & Operated Records (2001)

Endlich ist sie da die langerwartete Split EP des LagWagon Side-Projects Bad Astronaut und den My Records Veteranen Armchair Martian, von denen man hierzulande leider nichts zu hören bekommt, das wird sich hoffentlich mit dieser Scheibe grundlegend ändern. Jede Band covert drei Songs der anderen und als Zugabe gibt es einen Kooperationssong beider Bands. Fangen wir mal mit Armchair Martian an. Der erste Song des Silberlings ist ‚Not A Dull Moment’, ein richtig guter Punkrocksong im typischen Stil der Jungs. ‚Grey Suits’ ist der zweite Coversong der Jungs um Jon Snodgrass, ein wirklich gelungener Song, bei dem lediglich der Tropetenpart fällt ein wenig aus dem Rahmen, ansonsten ein gutes eigenständiges Cover. ‚You Deserve This’ ist der dritte und letzte Song von Armchair Martian, der ein wenig nach Country bzw. Autofahrermucke kling, besonders beim Chorus. Was mir besonders aufgefallen ist sind die Back Vocals, denn ich glaube gehört zu haben das Joey Cape in allen Songs seinen Senf dazugeben muss (natürlich positiv gemeint). Manche Leute werden sich jetzt wundern, warum sie nur ‚Grey Suits’ von Bad Astronaut kennen (ich ebenfalls), denn die beiden anderen Songs sind noch nicht veröffentlicht, eventuell sind sie ja auf ihrem im nächsten Jahr erscheinenden Debüt-Album enthalten. Bad Astronaut beginnen mit ‚Crestfallen’, ein Song der vom Rhythmus her recht gewöhnungsbedürftig ist und von der Gitarrenarbeit eine Mischung aus normaler Verzerrung, Gequietsche und Wah Wah darstellt, ein Meister werk der Buben um Joey Cape, auch wenn es eine Coverversion ist. Der nächste Song ‚Statler 2000’ klingt wie eine Ballade, im Hintergrund das Keyboard von Todd Capps und im Vordergrund stinknormale Gitarrenriffs, das ändert sich wenn es in Richtung Ende des Songs geht, denn wie bei Bad Astronaut so üblich werden zum Schluss noch mal die punkigen Sachen eingebracht. Nun ist es aber Zeit für den besten Song dieser Cover EP ‚Jessica´s Suicide’. Dieser Song ist fast im selben Stil aufgebaut wie der Song zuvor, jedoch wird hier auf die Tränendrüse gedrückt und zwar mit Erfolg, denn zu Beginn hört man nur ein Klavier und den Gesang, später kommen gefühlvolle Gitarren hinzu um ein absolut geniales Keyboardsolo anzukündigen, das dann seinerseits den wie oben üblichen Punkpart einleitet. Viele Leute werden jetzt sagen, das solche Punkparts die Songs verhunzen, dazu bleibt mir nur eins zu sagen: wer irgendetwas an den musikalische Fähigkeiten der Band auszusetzen hat, der hat keinerlei Ahnung von Musik. Zum Abschluss gibt es ein Duett der beiden Bands mit dem Song ‚17 Years’, der von Miguel Barron von der Band Deminder geschrieben wurde. Also wer es bisher noch nicht bemerkt hat, diese EP ist einfach Pflicht für Leute, die musikalische Leckerbissen hören wollen.

Nils Manegold






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