Reviews

Vegas

Label: Safety Records (2002)

Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen...

Es ist unmöglich, eine Defininition für die Musik von Zombie Joe zu finden, so viele verschiedene Styles sind in der Musik der Band um Sänger Cornelius vereint: gnadenlose Härte, kurze Rap-artige Parts, Harmonie oder auch Wut prägen die 12 Songs auf ihrem neuesten Werk „Vegas”. Dabei fängt die CD mit dem Titeltrack ‚Vegas’ noch relativ harmlos an, um sich dann mit ‚Diskordia’ in punkto Schnelligkeit und Virtuosität enorm steigert. Der Refrain des Songs ist vom musikalischen Aspekt her sehr einprägsam, ganz im Gegenteil zum Gesang, der sich sogar etwas duelliert mit dem Rhythmus, was den Song aber keineswegs unmelodisch macht. Überhaupt ist der Gesang der interessanteste Faktor von Zombie Joe, kann Sänger Cornelius doch so ziemlich jede Stimmlage treffen und die Gefühle, die in den Songtexten stecken sehr gut zum Ausdruck bringen. Ganz besonders deutlich wird dies bei ‚Wunder’, einem Coversong von Zara Leander (!!!). Der Song ist von der Melodie her sehr experimentierfreudig und hat mit dem Original nicht mehr viel gemein, nur der Text lässt auf das gute alte „ich weiß, es wir einmal ein Wunder geschehen...“ schließen. Genau an diesem kann man auch die Musik von Zombie Joe erkennen (nicht beschreiben!), viele Einflüsse und Ideen fließen zu Songtexten und Melodien. Die Singleauskopplung ‚Sukkubus’ wiederum besticht durch einen ständigen Wechsel von Härte und Gefühl, was den Song zum melodischsten und in meinen Augen auch besten Songs der Platte macht.

Fragen muss man sich nur, für welche Zielgruppe diese Musik gemacht wurde, eindeutig erkennbar ist dies nicht, vielmehr spricht das Musikerlebnis Fans von verschiedenen Musikarten an. Ob es diese Leute überzeugen kann, muss man abwarten, ich für meinen Teil bin davon überzeugt, denn:

Irgendwann wird wieder einmal ein Wunder geschehen...

Thomas Schmitt






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