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Blues Wailing Five Live Yardbirds

Label: Repertoire (1965/2020)

Die Yardbirds werden wohl im kollektiven Gedächtnis vor allem deswegen haften bleiben, weil sie nacheinander und streckenweise zugleich die Gitarrengötter Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page in ihren Reihen gehabt haben. In diesen wenigen Jahren ihres Bestehens Mitte/Ende der 60er Jahre, vollzogen sie so manchen Stilwechsel von electrischem Blues über Psychedelic bis hin zu Proto-Heavy-Rock, nur um dann die letzte Tour unter dem Namen The New Yardbirds in der Besetzung Jimmy Page, Robert Plant, John-Paul Jones und John Bonham zu spielen, später dann deutlich besser bekannt als Led Zeppelin. Nun, diese Aufnahmen, die bereits vor einigen Jahren verfügbar gemacht worden sind und nun lediglich ein Reissue erfahren (meines Wissens nach auch erstmals auf LP), stammen vom anderen Ende der Skala, nämlich den blutigen Anfängen. Einige Monate nach der Yardbirds-Debut-Scheibe "Five Live Yardbirds" mit Eric Clapton, Chris Dreja, Paul Samwell-Smill, Jim McCarthy und Keith Relf eingespielt, offenbart diese Mini-LP mit ihren weit unter 30 Minuten Spielzeit die etwas rumpeligen Anfänge, die aber schon spätere Größe erahnen lassen. Nur wenige Wochen später schloss sichh CVlapton dann John Mayall's Bluesbreakers an, um von dort aus erst Cream zu gründen und dann eine Solokarriere zu starten, die bis heute ungebrochen anhält. Ein wenig geschliffener spielt man schon als auf "Five Live", aber der Reiz ist eben im jugendlichen Charme des Anfangs begründet. Etwas irritierend finde ich bei aller Freude über dieses Stück Musikgeschichte, dass die ursprünglich sieben Songs auf 12 hochgepimpt werden, dadurch dass jedes Stimmen einer Gitarre und jede Publikumsansage als eigener Song geführt werden. Bei oberflächlicher Betrachtung kann man also den Eindruck gewinnen, dass man fünf bisher unveröffentlichte Stücke bekommt. Dem ist definitiv nicht so. Ansonsten eine schöne Mini LP/ EP aus den wilden 60ern!

Frank Scheuermann

7/10 






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