Reviews

The Dark Age

Label: Frontiers Records (2002)

Okay, drücken wir es erst einmal ein wenig positiv aus: Die langjährige Gianna Nannini des Heavy Metal (in der Super-Spar-Version bzw. BAFöG-Version für Langzeitstudenten), Frederica De Boni, hat nach dem Eintüten des letzten White Skull Langeisens ihre metallene Unterwäsche in den Samsonite befördert und hat sich auf eine Reise mit unbekanntem Ziel begeben - oder wie die Ehemänner unter uns es auszudrücken pflegen: „Du Schatz, ich geh mal eben schnell zum Kiosk, Kippen holen!“. Ihr mehr als ebenbürtiger Ersatz (wenn man der Meinung ist, dass der Dame Gekrächze Kunst war, dann sei anerkannt: kein Ersatz!) stammt aus Südamerika, genauer: Argentinien und hört auf den Namen Gustavo Gabano. Das macht deutlich, dass nunmehr ein Mann den zentralen Platz am Mikrophon besetzt hält, was eine deutliche Änderung der Marschrichtung vorgibt.
Auf „The Dark Age“ frönt man denn auch mehr als auf den beiden Vorgängeralben „Public Glory, Secret Agony“ und „Tales From The North“ dem epischen Power-Speed-Metal italienischer Prägung. Uns somit hätten wir auch schon die deutliche Begrenzung dieser Formation angesprochen: im direkten Vergleich mit den Helden der epischen italienischen Metalszene kommen White Skull eben doch eher mäßig weg, dafür ist das Songmaterial zu durchschnittlich. Bands wie Labyrinth oder sogar Rhapsody (in ihrem Sektor) bieten eben einfach das bessere Entertainment.

Frank Scheuermann






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