Reviews

Rising Out Of The Ashes

Label: Drakkar (2002)

Die Debüts sind meistens die heimlichen Klassiker, an die man nie mehr herankommt. An diesem Spruch ist schon etwas Wahres dran, wobei man bei Warlords „...And The Cannons Of Destructions Have Begun" nicht wirklich von einem heimlichen Klassiker sprechen kann, genießt das Teil doch völlig zu Recht absoluten Kultstatus. 18 Jahre ist dessen Veröffentlichung bereits her und in der Zwischenzeit war es recht still geworden um die beiden Macher Bill Tsamis (g) und Mark Zonder (d). Von daher hätte man den Albumtitel „Rising Out Of The Ashes“ nicht besser wählen können. Als Sänger hat man sich Hammerfall Frontman Joacim Cans mit ins Boot geholt, ob dass sein musste, sei mal dahingestellt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, also hören wir uns die Scheibe mal an. Schon nach dem Opener ‚Battle Of The Living Dead’ wird einem schnell klar, dass es schlechter nicht mehr werden kann. Das Songwriting wirkt ziemlich einfallslos, zudem sind wie auf dem ganzen Album auch viel zu viele Instrumentalphasen vertreten, die zwar sauber gespielt sind, sich aber enorm ziehen und auch nicht gerade richtige Begeisterung entfachen, ´originelle´ Texte wie ‚Arise My Friends Arise, The Sword Is The Spirit Of Life’ tun ihr übriges. Zum Glück geht das nicht so weiter, die übrigen Songs sind alles andere als klischeehaft und überzeugen durch gute Texte. Was Joacim Cans angeht, bleibe ich dabei: Auf Dauer kann man sich das nicht anhören. Man gewinnt fast den Eindruck, er ist mehr darauf aus, einen Jodelwettbewerb zu gewinnen als ein Metalalbum einzusingen. Warlord stehen sowieso mehr für einen etwas düsteren Sound, da hätte ein Sänger mit tieferer Stimmlage wesentlich besser gepasst. In dieser Beziehung hätte man sich auch die Neuauflage von ‚Lucifer’s Hammer’ sparen können, die meilenweit von der Klasse des Originals entfernt ist. Dennoch wollen wir auch die guten Seiten nicht verheimlichen. Was mir auf dem Album gut gefällt, ist seine Vielschichtigkeit. ‚Enemy Mind’ ist ein sehr dunkles Stück mit leichten progressiven Einflüssen, bei ‚My Name Is Man’ bedient man sich einer Panflöte und futuristischen Keyboards, mit ‚War In Heaven’ präsentiert man auch einen wesentlich härteren Song. Mark Zonder hat zudem nichts verlernt, sein Drumming gehört auf jeden Fall zu den positiven Aspekten. Einen absoluten Übersong kann ich aber auch nach mehrmaligem Hören nicht ausmachen. Am weitesten ist hierbei ‚Wind Of Thor’, das wirklich geniale Ansätze hat, aber leider zum Schluss wieder durch Jodelattacken etwas zunichte gemacht wird, zu nennen wäre hierbei auch ‚Achilles Revenge’ mit sehr schönen Choraufnahmen. Wenn man noch bedenkt, dass vier Songs von Lordian Guard stammen, macht das im Endeffekt 5 neu geschriebene Stücke - nicht gerade berauschend für eine Pause von 18 Jahren.
Das Album muss man auf alle Fälle mehrmals hören, will man überhaupt auf den Geschmack kommen. Letztlich bietet „Risisng Out Of The Ashes“ gute Ansätze, doch der schlechte Gesang und das überwiegend durchschnittliche Songwriting überwiegen auf jeden Fall. Nicht zu vergleichen mit dem Release von 1984.

Oliver Bender






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