Reviews

Instinct

Label: SPV (2003)

Da ich während der Glanzzeit von Victory noch in den Kinderschuhen steckte, konnte ich mit dem Namen der Band bisher auch wenig anfangen. Dementsprechend lagen unsere Prioritäten auf dem diesjährigen WOA auch auf dem Genuss eines gegrillten Steaks statt dem Auftritt der Hannoveraner zu folgen. Ärgerlich zum Einen, weil wir dadurch Saxon verpasst haben. Doppelt ärgerlich wird’s natürlich, wenn ich mir nun die Re-Union Scheibe der Band anhöre.

15 Jahre sind vergangen, seitdem das letzte Release der Hard Rocker mit Frontmann Charlie Huhn auf den Markt kam, mit „Instinct“ wagt die Band nun das Comeback. Erwähnt werden muss hierbei, worauf vor allem Twisted Sister immer ganz stolz sind: Die Band ist im (fast) Original Line-Up wieder vereint, will heißen: Charlie Huhn (v), Tommy Newton (g), Herman Frank (g), Fargo Peter Knorn (b) und Fritz Randow (d). Warum Victory der zweite große Hard Rock Act unseres Landes neben den Scorpions waren, wird auf dieser Scheibe ansatzweise deutlich, auch wenn sich vor allem gegen Ende der Platte einige Durchschnittsnummern eingeschlichen haben. Trotz dieses Schönheitsfehlers ist die Platte durchweg gut produziert, die Gitarren haben einen „dreckigen“ Sound, wie sich das für eine Hard Rock Scheibe gehört und Fritz Randow (Saxon) variiert Takt und Tempo im gewohnten Stil. Der Spagat zwischen groovigen und melodisch orientierten Songs ist recht gut gelungen, sodass kaum Langeweile aufkommt. Anspieltipps sind ,Plastic Hero’, dessen stampfende Parts stark an die Schweizer von Shakra erinnern sowie ,Starman’, ein ebenso treibendes wie modernes Stück mit eingängigen Parts und Mitshoutvocals. Nicht vergessen darf man hier auch ,Another Notch In The Bedpost’, ein Track im besten AC/DC Stil.

Solides Comeback von Victory, dass zwar alles in allem keine Begeisterungsstürme auslöst aber für alle Hard Rock Fans ein gefundenes Fressen sein dürfte.

Oliver Bender






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