Reviews

Embrace The Silence

Label: Dockyard1 (2005)

Vanishing Point machten erstmals mit ihrem letzten Output „Tangled in Dream“ auf sich aufmerksam, was auch den Musikerkollegen nicht verborgen blieb: Gamma Ray verpflichtete die Aussis als Support für deren Tour und Sonata coverten schließlich den Track ,Two Minds One Soul’ und verhalfen der Band dadurch zu weiterer Publicity. Nun steht Release Nr. 3 in den Startlöchern. Was sofort auffällt ist das fantastische Coverartwork, dass den Albumtitel thematisch sehr gut in Szene setzt.

„Embarce The Silence“ startet ohne große Vorlaufzeit direkt mit dem flotten Opener ,Hollow’. Das Stück ist geprägt von tragenden Keys, überschaubarer Härte, den angenehmen melodischen Gesangslinien von Frontmann Silvio Massaro, leider aber auch von einem viel zu lang geratenem Instrumentalpart. Songs dieser Art befinden sich auf „Embrace The Silence“ noch einige, wobei hierbei auch anzumerken ist: Nett, aber nicht unbedingt überragend (Ausnahme ,A Life Less’). Was dieses Album jedoch so interessant, macht, sind die Tracks in langsameren Gefilden. Hierbei entfacht die Band ein unerwartetes Gespür für großartige Melodien und hervorragende Arrangements. Schon der zweite Song ,My Virtue’ bietet eine Kostprobe des Könnens: hervorragende Melodieführung gepaart mit einem kongenialen Chorus, der im weiteren Verlauf des Albums immer wieder mal Vergleiche mit Ten zulässt. Die Hard Rock Komponente fließt gekonnt in die Stücke mit ein und macht den Charme des Albums aus. Die perfekte Kombination aus den genannten Elementen verkörpert hierbei ,Season Of Sundays’: eine fantastische Halbballade, die in jeder Sekunde überzeugt und die Marke Vanishing Point auf eine neue Ebene hebt. Nicht minder genial ist reinrassige Ballade ,Breathe’, die mit Sicherheit zu den besten Songs ihrer Art des bisherigen Jahres gehört. Akustikgitarren und wunderschöne Keyboardparts verzaubern den Hörer und regen zum Träumen an. Insgesamt paaren sich in der zweiten Hälfte des Albums die stärkeren Tracks, sodass mit zunehmender Spieldauer auch die Klasse der Songs steigt. Gemessen an einer unüblich langen Spielzeit von 80 Minuten darf man sich also auf einige Highlights freuen.

Vanishing Point haben sich gegenüber dem Vorgänger enorm gesteigert. „Embrace The Silence“ verbucht so manches Sahnehäubchen und dürfte ein gefundenes Fressen für alle Melodic Metal Fans sein. Sollte man haben.

Oliver Bender






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