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Beyond Daylight

Label: InsideOut (2002)

Vanden Plas gehören ohne Zweifel im Progmetalbereich zu den deutschen Vorzeigebands schlechthin. Immerhin tourten die Pfälzer schon mit Ausnahme Combos wie Dream Theater und waren auch an Rockmusicals wie „Jesus Christ Superstar“ oder „Rocky Horror Picture Show“ beteiligt und lieferten zudem in der Vergangenheit erstklassige Studioalben ab. Mit „Beyond Daylight“ beweisen Vanden Plas erneut, welch begnadete Musiker sie sind. Produziert wurde „Beyond Daylight“ übrigens von Markus Teske, mit dem die Band bereits ihr im Jahre 2000 erschienenes Livealbum „Spirit Of Life“ erfolgreich ausarbeitete. Das Album bietet im Gegensatz zu den Vorgängern eine größere stilistische Vielfalt, ohne die bandtypischen Melodien zu vernachlässigen. Lediglich der Opener ,Nightwalker’ macht einen etwas schwerfälligen Eindruck, doch die folgenden Songs entfachen eine nahezu magische Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Man gerät nie in Versuchung, zum nächsten Stück überzugehen, die Songs sind spannend bis zur letzten Sekunde. Im Gegensatz zu anderen Progbands wissen Vanden Plas, ihr unglaublich spielerisches Talent richtig einzusetzen, dass Album wirkt zu keiner Sekunde überdreht. Technisch anspruchsvolle Songs (Scarlett Flowerfields’ ,Phoenix’) werden vereinfacht dargestellt. Ein Genuss sind wieder einmal die Klänge von Tastenmann Günter Werno, immer präsent aber niemals aufdringlich, bezaubernd und dramaturgisch zugleich (,Cold Wind’). Mit ,Free The Fire’ präsentiert die Band außerdem einen mehr als gelungenen Farbtupfer, den man bestimmt nicht auf den ersten blick als Vanden Plas Song entlarven würde. Die Songtexte des Albums sind ebenfalls sehr interessant: Obwohl jeder Song für sich alleine stehen kann, zieht sich durch alle Stücke ein roter Faden. Abgeschlossen wird der lyrische Kontext in dem 10-minütigen Epos ,Beyond Daylight’, an dem vor allem Freunde langer Instrumentalpassagen ihre helle Freude haben werden. Wer in den Besitz der Erstauflage kommt, wird sich noch an einer Coverversion des Kansas Klassikers ,Point Of Know Return’ erfreuen.
Vanden Plas bestätigen erneut ihren Status als Ausnahmekönner. Meine Empfehlung: Kaufen und genießen.

Oliver Bender






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