Reviews

V.A.
Rock Against Bush Vol. 1

Label: Fat Wreck Chords (2004)

Angekündigt als die wohl wichtigste Veröffentlichung auf Fat Wreck wirft der erste Teil dieser zweiteiligen Sampler-Reihe große Schatten voraus. In Zusammenarbeit mit Punkvoter.com - eine Art Koalition zwischen Bands, Label und Fans, die einen Gegenpol, manche mögen es auch Opposition nennen, zur Regierung von George W. Bush darstellen - entstand eine Kompilation, dessen Protestsongs wohl noch ewig nachklingen werden. Neben den 26 größtenteils unveröffentlichten Tracks gibt es noch eine Bonus DVD, die neben dem Infomaterial zur Politik von George Bush Jr. auch noch mit Musikvideos, Trailern zu weiteren politischen Filmen und einer 8-minütigem Comedy Show von David Cross aufwarten kann. Nun aber zur Musik…
Den Anfang machen None More Black, die mit ‚Nothing To Do When You’re Locked In A Vacancy’ ohne große Umschweife gleich zur Sache kommen. Weiter geht’s mit Sum 41s ‚Moron’. Die Sums kommen gewohnt erfrischend rüber und hauen dem Zuhörer die Lyrics nur so um die Ohren, bis man letztendlich diesen wunderbar eingängigen Songs mitträllert. Klar das auf einem politischen Sampler Anti-Flag nicht fehlen darf. Sie überzeugen in ‚The School Of Assasins’ mit klasse Gitarrenarbeit und einem herrlich mehrstimmigen Refrain. Back to the roots ist das Motto der wohl bekanntesten Band des Samplers. The Offspring steuern den Song ‚Baghdad’, der bereits im Jahre 1991 aufgenommen wurde, bei und haben mit ihren orientalisch angehauchten Gitarren und propagandistischen Text den thematisch wohl best passenden Song geschrieben. Um ein wenig vom Punkimage wegzukommen haben sich auch Ministry eine Kleinigkeit einfallen lassen. ‚No W’ heißt ihr Beitrag, der durch das Zitat „…we’re fightig a war against evil“ vom Besungenem höchst persönlich, eingeleitet wird. Ansonsten eine richtig gute Abwechslung dieser metallische Gruß an die Regierung. Urgesteine wie die Descendents, Jello Biafra (with D.O.A.), Pennywise oder Social Distortion haben ebenfalls genug von der Misspolitik der Vereinigten Staaten und machen dies in ihren Songs klar, auch wenn diese Songs - bis auf ‚Sad State Of Affairs’ von den Descendents - bereits bekannt sein sollten. Dafür spendet die Band um Initiator Fat Mike einen komplett neune Song (‚Jaw, Knee Music’). Tja dann sind auch schon bald die 71 Minuten Musikgenuss vorbei und man wartet nur noch sehnsüchtig auf den zweiten Teil. Wir sind gespannt wer sich auf diesem Streich verewigen mag. Pflichtkauf mit Pflichtbesuch auf www.punkvoter.com.

Nils Manegold






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