Reviews

The Seraphic Clockwork

Label: Frontiers Records (2010)

Rund vier Jahre nach ihrem letzten Album melden sich Vanden Plas mit "The Seraphic Clockwork", einem 72-minütigen Konzeptalbum zurück. Die durchschnittlich etwa acht Minuten langen Songs haben dabei fast alles zu bieten, was man sich auf einer phasenweise sehr ruhigen und melodischen, allerdings auch aggressiven und harten Platte wünschen kann. Die Songs profitieren dabei von sehr viel Abwechslung und von, oftmals sehr plötzlichen Wechseln der Atmosphäre oder des Taktes. Diese Elemente werden von großartigen Harmonien, sowie in fast jedem Track vorhandenen Gitarrensoli unterstützt.

Wer eine bedingungslose Heavy Metal Platte erwartet, wird eventuell enttäuscht sein, jedoch liegt ihre Stärke auch, und vor allem in ihrer gedämpften bis traurigen Stimmung, in vielen Moll-Parts und einer geschlossenen Geschichte dahinter.

Diese behandelt religiöse bis philosophische Themen, ist jedoch auch sehr fiktiv angelegt. Sie beschreibt ein Szenario, bei dem die Welt dem Untergang geweiht ist, da Jesus nicht verraten wurde und somit nicht die Sünden der Menschen durch seinen Tod auf sich nehmen konnte. Im Folgenden werden die Erlebnisse von Tio, einem im 16. Jahrhundert in Rom lebenden Uhrmacher beschrieben. Durch eine Zeitmaschine gelingt es ihm, längst vergangene Tage zu erleben, und er stellt fest, dass er der Auserwählte ist, der Jesus verraten muss, um die Welt zu retten. Während dieser Reise gibt es viele Begegnungen, z.B. mit dem Tod, vor welchem er flieht. Viele dieser Elemente sind auch musikalisch gut umgesetzt. Durch eine oft bedrohliche Atmosphäre sind viele Passagen sehr text- bzw. inhaltsnah.

Auch wenn die Platte im Konzeptalbenderby nicht an Pink Floyd's "The Wall" heranreicht, handelt es sich alles in allem um ein großartiges Album.

Klaus Niederberger






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