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Element V

Label: DVS Records (2005)

Ob die gleichnamige Star Trek Serie Vorbild für die Namensbildung dieser neuen australischen Formation war, ist nicht überliefert. Fest steht jedoch auch, dass deren Debütalbum „Element V“ einer Reise gleichkommt: Einer Reise querbeet durch diverse Musikstile. Voyager sind jedoch keine neuen Rough Silk und auch keine Wuthering Heights. Die Methoden sind die gleichen, das Ergebnis jedoch höchst unterschiedlich – und zugleich auch beeindruckend. Die Musik von Voyager ist schwer zu beschreiben und zugleich, und das ist das erstaunliche, schon unverwechselbar: Melodic Metal, mal progressiv, mal verträumt, inklusive harten Passagen, Fanfaren, Einflüssen anderer Kulturen, Ähnlichkeiten zur Pop Musik sowie eine unvorhersehbare Note. Die genannte Kombination kann so manches Mal im Chaos enden, nicht jedoch bei den Australiern. Die Band hat ein feines Gespür dafür, was funktioniert und setzt dieses in den 14 Tracks gekonnt um. So tauchen beispielsweise in dem Song ,The Eleventh Meridan’ auch einige Textpassagen in deutsch auf, ,Cosmic Armageddon Pt. II bedient sich zuweilen einer Panflöte und das Instrumental ,The V Element’ rangiert eher im Pop Bereich als das man es einer Metal Band zuordnen könnte. Dies soll jedoch alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass Voyager durchaus die nötige Härte mitbringen. Dafür sprechen auch reinrassige Hymnen wie ,Monument’, bei dem die Band auch mal ordentlich auf’s Gaspedal tritt. Sänger Daniel Estrin veredelt die Songs mit seiner angenehmen, leicht melancholischen Stimme, scheut zuweilen aber auch nicht vor aggressiven Screams zurück. Trotz dem nicht unerheblichen Keyboardanteil kommen die Gitarren druckvoll und straight rüber, sodass der Sound zum Glück vom Weichspüler verschont wurde. Bei all diesen Überraschungen verwundert es dann aber letztlich nicht mehr, dass „Element V“ völlig ohne Ausfälle auskommt und sich über die komplette Spielzeit als äußerst homogenes Werk entpuppt.

Erfreulicher Output aus Down Under, mit dem Voyager ein bemerkenswerter Start gelungen ist. Wer auf übergreifende musikalische Einflüsse steht, ist hier goldrichtig.

Oliver Bender






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