Reviews

Elegant...And Dying

Label: Massacre Records (2003)

„Oje, hier wird der Weltschmerz der letzten 10 Jahre verarbeitet” waren meine ersten Gedanken beim Hören von „Elegant...And Dying” der Australier von Virgin Black. Sich auf eine Musikrichtung zu versteifen und das Quintett als Gothicrocker abzustempeln wäre fatal, vielmehr steckt in der sehr depressiven und bedrückenden Musik. Zwischen Doom und etwas schon fast romantischen pendeln die Jungs (und das Mädel), die 2001 mit ihrem Debut „Sombre Romantic“ bereits ein bisschen Luft im Musikgeschäft geschnuppert hatten. Fast jeder der 5 Musiker greift hierbei zum Mikro und prägt mit seinem Gesang die Platte, was jeden Song eine gewisse Eigenständigkeit vermittelt.

Man stelle sich vor, die Welt wird wissentlich bald untergehen und für dieses „Ereignis“ werden Hymnen geschrieben. Sollte dies der Fall sein dürften Virgin Black mit vielen Tracks auf diesem Sampler der Apokalypse vertreten sein. Düsterste Parts mit qualvollem Gesang wie bei ‚Velvet Tongue’ oder ‚Cult Of Crucifixion’, hervorgerufen durch das wunderschön einsetzende Piano (gespielt von Rowan London, dem Bandkopf) und die Cellomelodien (von Samantha Escarbe) wechseln sich auf der Scheibe ab mit traumhaften Meldien wie beispielsweise bei ‚Our Wings Are Burning’, einem zwar dunklen aber trotzdem schönen Stück, das einen hervorragenden Abschluss der CD bildet. Musikalisch und von der Stimmung her vergleichbar fällt mir nur eine CD ein, die damals ein Meisterwerk der Trauer darstellte: My Dying Bride’s „The Angel And The Dark River“. Im Jahre 2003 wird diese dunkelste Stimmung, die für mich auf einem Album vorhanden war wieder erreicht, ein großes Kompliment an die Aussies, die es hervorragend verstanden haben, dunkle Musik mit den typischen Metal Elementen zu verbinden! Pflichtkauf für Düster-Fans!

Thomas Schmitt






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