Reviews

Unitopia
The Garden

Label: InsideOut (2008)

Bereits vor drei Jahren machte sich eine Band aus Australien, einem Kontinent, der bislang eher durch derben Rock’nRoll als durch progressive Schöngeistigkeit von sich Reden gemacht hatte, auf, ihre Sicht der Klangwelten zu verbreiten. Der Name der Band: Unitopia. Der Titel der CD: More Than A Dream. Mit der Melange aus Genesis Versatzstücken und Klangemälden zwischen Yes, Glass Hammer und Pink Floyd konnte man sich allerdings nicht die erhoffte Fangemeinde erspielen.

Nun folgt mit drei Jahren Pause der zweite Anlauf. Mittlerweile hat man sich mit dem InsideOut Label vermutlich den besten denkbaren Partner in Sachen Progressive Rock gewählt und legt eine erstaunliche Platte vor. Um gleich die letzten Skeptiker verstummen zu lassen, wagt man sich an eine überbordendes und dabei zwei Silberlinge füllendes opulentes Werk, das alle Aspekte des Genres in sich vereinigt. Das Werk selbst zerfällt in zwei Bereiche: „The Garden“ auf CD 1 und „The Journey“ auf der zweiten Scheibe. Die zentralen Songs sind jeweils über 16 bzw. 22 Minuten lang, wobei die Songs generell ineinander übergehen und somit gar nicht wirklich voneinander unterschieden sein möchten.

Mich überrascht vor allem, wie sehr die Stimme von Mark Trueack an den jungen Peter Gabriel erinnert. Auf alle Fälle sollten die Fans der frühen Genesis CDs ein Ohr riskieren. Sie werden mit Musik zwischen „A Musical Box“ und „The Lamb Lies Down On Broadway“ beglückt, die streckenweise mit jazzigen oder hart rockenden Intermezzi aufgepeppt wird. Wenn man den Anspruch der Musiker bei der Beurteilung zugrunde legt („Wir wollen Musik zum Träumen machen!“), dann kann man nicht umhin, ihnen ein großartiges Gelingen zu attestieren! Daumen hoch!

Frank Scheuermann






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