Reviews

Zehn MCD

Label: Völker hört die Tonträger (2006)

Das Jahr 2005 begann für Farin Urlaub mit der Veröffentlichung seines furiosen zweiten Soloalbums „Am Ende der Sonne“. Dann ging das Farin Urlaub Racing Team erstmal auf ausgiebige Tour und stellte das neue Material live vor. Wen man auch fragte, alle wollten nur das eine wissen: Wie heißt der Song mit dem „Springen“? Nun, ein gutes halbes Jahr nach dem letzten Live-Auftritt kommt das kleine Meisterwerk, das im Übrigen auf den Namen ‚Zehn’ hört, offiziell in die Plattenläden und dürfte auch auf Platte jeden Musikliebhaber in seinen Bann ziehen. Aber was genau macht dieses Liedchen so spektakulär? Es ist schlicht und ergreifend eine geile Live-Nummer, die ordentlich Tempo vorlegt, auf einen Refrain verzichtet - lässt man das Zählen von eins bis ‚Zehn’ außen vor - und dafür mit genialen Riffs und mitreißenden Bläsereinsätzen den Zuhörer bzw. Zuschauer in Wallungen bringt. Leider ist die Nummer schon nach 4.12 Minuten vorbei, doch wozu gibt es die Repeat-Taste. Diese sollte allerdings nicht zu früh betätigt werden, denn die Knaller ‚Ich gehöre nicht dazu’ und ‚1000 Jahre schlechten Sex’ vom Debütalbum „Endlich Urlaub“ gibt es als Bonus oben drauf. Gerade erstgenannter macht durch die ständige Präsenz der Bläser deutlich, dass live die Songs noch einen Zacken besser kommen. Wohingegen der Liebesfetzen ‚1000 Jahre schlechten Sex’ die Atmosphäre absolut authentisch wiedergibt, spürbar wird dies vor allem beim Übergang vom balladesken Anfang zum rockendem Finale. Leider ist das kleine Silberscheibchen, dann auch schon am Ende angelangt, jetzt ist es Zeit für die Repeat-Taste. Bleibt nur noch das sehnsüchtige Warten auf das „Livealbum Of Death“.

Nils Manegold






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