Reviews

The Magician's Birthday Party

Label: Classic Rock Legends (2002)

Manchmal geschieht es einfach. Man sieht eine Sternschnuppe, schließt die Augen, wünscht sich etwas und....es geht in Erfüllung. Okay, in diesem Fall hat es mehrere Sternschnuppen und über 20 Jahre gedauert. Aber es hat sich gelohnt. Ken Hensley ist zumindest für ein Wochenende zu Uriah Heep zurückgekehrt. Das Ereignis fand Anfang Dezember 2001 in London statt. Das ehemalige Mastermind dieser Heavy Metal Pioniere ließ sich nach seiner triumphalen Rückkehr ins Showbiz nicht lange beknien und nahm das Angebot an, zusammen mit seinen alten Weggefährten noch einmal auf die Bühne zu klettern. Und so halte ich nun mit zittrigen Fingern das Dokument eines einmaligen Abends in meinen Händen. Geboten wird in der mir vorliegenden CD/DVD-Booklet-Box das Konzert in voller Länge (auf der DVD) und die Highlights auf der CD. Die Setlist enthält Juwelen der letzten 32 Jahre, zum Teil Songs, die noch nie zuvor live gespielt worden sind! Wir haben es hier also nicht mit einem lieblos herunter geklopften "Wir-spielen-unsere-größten-Hits"-Programm zu tun, sondern mit einem ausgesprochenen Gourmet-Happen. Das Programm wird von ‚Stealin’ eröffnet, gefolgt von ‚Return To Fantasy’. Danach die erste fette Überraschung: ‚Tales’ von „The Magician’s Birthday“, ein ruhiger mystischer Song, der durch Thijs Van Leers (ex-Focus) Flötenspiel zusätzlich aufgemotzt wird. Dieser lässt es sich nicht nehmen, die an ‚Hocus Pocus’ erinnernden Jodelpassagen in eben diesen Song einzubauen...Danach folgt ein 3er Block mit Songs von „Sonic Origami“ und „Sea Of Light“. Tolle Nummern, aber eben nicht unerwartet. Danach folgt allerdings ein Hammerteil: ‚I’ll Keep On Trying’ von der Debüt LP „Very‚ Eavy...“ und seit damals nicht mehr im Live-Programm. Ab der nächsten Nummer sind fanatische Heepster dann endgültig im Nirvana: der Maestro betritt die Bühne und intoniert an der Hammond ‚July Morning’. Und hier wird deutlich: Phil Lanzon ist zwar ein phantastischer Musiker, aber nur wenig haben die magischen Finger - und Ken Hensley gehört eindeutig dazu. Dies bezieht sich übrigens auch auf seine Gitarrenarbeit und seinen Gesang. Die Setlist wird immer unglaublicher (‚Paradise/The Spell’, ‚The Magician’s Birthday’, ‚Circle Of Hands’) und als dann noch John Lawton die Bühne betritt um den Dämonen-Part von ‚The Magician’s Birthday’ zu singen, da ist die Stimmung endgültig am überkochen. Abschließend gibt’s noch ‚Free’n’Easy’ und ‚Sympathy’, zwei Songs aus der Lawton-Phase von Heep. Es ist immer noch unglaublich, welch einmalige Stimme den ehemaligen ´Lucifer’s Friend-Sänger´ auszeichnet. Mit dieser Live-CD/DVD haben Uriah Heep die Messlatte für nachfolgende Studioalben in extreme Höhen geschraubt. Mit der Addition von Hensley und Lawton wurde eben aus einer sehr guten Band eine, die noch einmal das Potential hätte, auf höchster internationaler Ebene mitzuspielen. Geiles Teil!

Frank Scheuermann