Reviews

I Want Your For Hardcore

Label: Street Justice Records (2005)

Zwölf Songs als Debüt der noch sehr jungen Newcomer von Under One Flag und Aggressive Threat, die unbestritten musikalisch perfekt auf eine gemeinsame CD passen. Und man könnte nicht behaupten, dass es nicht ordentlich knallen würde, wenn man die CD laufen lässt. Schöner straighter Old School HC Marke Agnostic Front mit massiven Youth Crew Einlagen, die der ganzen Sache noch mehr Pep verleihen.
Zugegeben, es gehen nicht alle Lieder direkt übers Ohr ins Herz, doch für ein Debüt finde ich, dass schon wesentlich mehr Bands viel größere Scheiße abgeliefert haben, als das diese zwei Bands getan haben. Der Untertitel der CD verspricht nicht zuviel, den Hörer erwartet ein heftiges Geballer für die Gehörgänge.

Als erstes verklickern uns, Under One Flag wie denn die Welt eigentlich funktioniert „...straight edge or not we all get shitty...“ (‚CCHC’), und wie man sich gegen sie zu wehren hat, und was man sonst noch alles zu bekämpfen hat. Zugegeben, die Texte sind nun wirklich keine hochwertigen literarischen Ergüsse, doch wer achtet denn in erster Linie beim Kauf einer HC Scheibe auf die Texte, wenn die Ballerbude ansonsten läuft. Und die läuft für die fünf Jungs aus Columbus / Ohio, die sich erst im März 2003 zusammenfanden. Ihre Musik ist aggressiv, rau und hart, doch leider ohne Herz. Irgendwie Standard tough guy Mist.

Den zweiten Teil der CD halten Aggressive Threat aus New York inne. Dieses Quintett ist sogar noch jünger als die erste Band, da es sich erst im Oktober 2004 gegründet hat. Musikalisch stehen Aggressive Threat der ersten Band im Nichts nach. Es gibt weiter voll auf die Zwölf, wobei Aggressive Threat nicht ganz so großen tough guy Scheiß abliefern. Irgendwie schaffen es die Jungs ihre Lieder, sehr eingängig zu gestalten, so dass auf jeden Fall Ohrwurm-Gefahr ausgerufen wird. Die Texte sind zwar nicht sonderlich anspruchsvoller als bei Under One Flag, doch behandeln sie mal nicht permanent, dass man mit Muskeln alles erreichen kann, sondern sie gehen hier und da auch mal auf soziale Themen, wie Ohnmachtgefühle, ungleich verteilte Rechte und Willkür, ein.

Auch wenn diese Split unter Street Justice Records im Prinzip nichts weltbewegendes Neues oder etwas grundlegend Innovatives hervorbringt, so ist sie doch voller Kraft, sehr ordentlich produziert und reißt einen mit.

Tim Ruhl






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