Reviews

The Blind Leading The Lost

Label: Alveran Records (2005)

Es ist schon eine ganz ordentlich aufgenommene und produzierte Scheibe, die Until The End mit „The Blind Leading The Lost“ abgeliefert haben. Das Album wird jeden umhauen, der die Sparte des Metalcore gerade erst für sich entdeckt hat. Die CD ist hart, dreckig, teilweise verdammt schnell und sprüht nur so vor grober Aggression. Doch all diejenigen, welche bei sich zu Hause schon die Werke von Raised Fist, Hatebreed oder R.A.M.B.O. stehen haben, werden von Until The End wenig begeistert sein, zumal sie musikalisch nicht mal annäherungsweise die Qualität dieser Bands erreichen. Den Songs fehlt das gewisse Stückchen Verrücktheit, das sie zu echten Hits werden ließe.
Seit dem Frühjahr 2000 existiert die Band aus dem Sonnenstaat der USA: Florida, wo sie weit über ein gewisses Lokalmatadoren Image hinausgeschossen ist, zumal ihre Shows für ein enormes Fanaufkommen gesorgt haben. Und auch auf „The Blind Leading The Lost“, unter Alveran Records, haben die fünf Jungs nicht viel verkehrt gemacht, tiefe Vocals, treibende Schlagwerk-Rhythmen und fette Gitarren sind eigentlich immer Garant für große Alben, doch wenn die Ideen bei der Umsetzung der Songs fehlen und zuletzt alles in einem Brei aus Aggression und Zorn untergeht, einfach um diese Stereotypen aufrecht zu erhalten, dann hat die Band verloren.

Ohne dem Quartett seine musikalischen Qualitäten absprechen zu wollen, sind die Ideen und die Kreativität auf diesem Album begrenzt. Daneben bieten auch die Texte nichts Neues mehr, immer wieder die Bush Administration, soziale und ökonomische Ungleichgewichte und so weiter und so fort. Die Stimme der Frustration geht zwar gut ins Ohr, doch berichtet sie nichts Neues.

Tim Ruhl






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