Reviews

Trout, Walter
Survivor Blues

Label: Mascot (2019)

Walter Trout ist mit großer Sicherheit eine der coolsten Socken im internationalen Bluesgeschäft. Seit fast vierzig Jahren, als er damals bei John Mayall's Bluesbreakers fast zeitgleich mit dem ebenfalls formidablen Coco Montoya einstieg, erntet der Mann mit dem Fischnamen regelmäßig zustimmendes Kopfnicken und bewunderndes Raunen.

In diesen Jahren hat er die gesamte Palette des  Metiers abgedeckt, hielt sich aber immer und am liebsten zwischen traditionellem Blues und hartem Bluesrock auf - zwei Spielarten, die er gleichermaßen meisterlich beherrscht. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen eine Weile hatte kürzer treten müssen, ist er seit ein paar Jahren wieder mit voller Energie am Start.

2019 scheint für ihn ein gutes Jahr zu werden. Diese mal hat er sein Lager eher im Bereich der traditionellen Stücke aufgeschlagen, auch wenn man schon ganz gut mit der Materie vertraut sein muss (oder heißt es in diesem Fall nicht eher vertrout???), um die Originale zu kennen, Jedenfalls greift der Meister sehr weit in die Klamottenkiste des Blues und bringt handverlesenes zu Gehör, dass erstmals aufgenommen wurde, als Stan & Ollie noch auf aktuellen Kinoplakaten zu sehen waren.

Man muss mit Walter Trouts Stil und Können nicht vertraut sein (okay, hier spare ich mir das Wortspiel), wenn man befürchtet, dass das Ergebnis angestaubt klingt. Ganz gemäß des Albumtitels klingt alles frisch und entstaubt - ganz so, als hätten diese uralten Songs ohne weiteres überlebt und somit auch Walter Trout sein Überleben gesichert. Wäre der Begriff nicht so ausgeleiert, müsste man wieder einmal von einem Meisterwerk reden - aber so ist das eben, bei WT...

Frank Scheuermann

9/10 






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