Reviews

The Shadow Self

Label: earMusic (2016)

Gesprächsstoff hat sie uns nun wirklich genug geliefert, die gute Tarja. Nach "The Brightest Void" sah man manchen langjährigen Fan mit tiefen Sorgenfalten im Gesicht. Die streckenweise etwas unorthodoxe Aneinanderreihung der Stile und Songelemente wusste über weite Strecken nicht wirklich zu überzeugen, da das dahinter stehende Konzept sich dem Zuhörer nicht so wirklich erschließen wollte. Insgeheim war dies wohl auch unserer Protagonistin bewusst und daher stellte sie diese Scheibe denn wohl auch etwas unbeholfen und von vielen bis heute nicht verstanden als eine Art "Prequel" vor, also eine Sammlung von Studioouttakes, die erstaunlicher Weise vor der eigentlichen Scheibe veröffentlicht worden ist. Solche Experimente mit (fast) zeitgleich erscheinenden Werken des gleichen Künstlers waren selten durchweg befriedigend. Selbst Bruce Springsteen und Guns N' Roses können davon ein Liedchen singen. 

Tarja lässt diese Scheibe eigentlich mit einem sehr popchartstauglichen Song in Gestalt von "Innocence" recht gelungen beginnen. Was auf "The Brightest Void" noch unvereint nebeneinander gestanden hatte, ist hier sehr wohl ohrwurmtauglich verbunden. Doch schon bald danach stellt sich wieder Verwunderung ein. Warum hört man (wenigstens einige Takte lang) relativ unbeholfen wirkende Funkrhythmen? Naja, wenigstens später steigert sich das Ganze noch zu einer echten Metaldampframme, auch dank der Arch Enemy Growls. Insgesamt rettet sich nach einer recht langen Zeit die Chanteuse rspektabel über die Ziellinie, auch wenn man nicht umhin kann, zu attestieren, dass trotz guter Ansätze "The Shadow Self" vermutlich nicht als Tarjas Magnum Opus in die Rockgeschichte eingehen wird. Für ihren Must zu solcher Stilvielfalt gönnen wir ihr trotzdem eine positive Wertung. Denn rgendwie hat die Frau einfach Klasse.

Frank Scheuermann

8/10 






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