Reviews

Trout, Walter
Battle Scars

Label: Mascot (2015)

Walter Trout gehört seit vielen Jahren zur Elite der Bluesgitarristen. Vor knapp dreißig Jahren durfte ich ihn erstmals im Konzert erleben, als Teil des Gitarrenduos von John Mayall's Bluesbreakers, gemeinsam mit Coco Montoya. Filigran und ausdrucksstark, mit einer gehörigen Ladung hemdsärmeliger Bodenständigkeit. So habe ich sein Spiel und seine Musik durch die Jahrzehnte immer wieder wahrgenommen. Dazu diese gewisse Prise Selbstironie (es sein nur auf den Titel einer seiner Platten "No More Fish Jokes" verwiesen!) und fertig iste iene sehr cool abgehangene Form des Blues(rock). 

Vor einiger Zeit, gerade als sein Label ihn richtig pushen wollte, erkrankte der Mittsechziger lebensgefährlich und musste alle hochtrabenden Pläne erst einmal auf Eis legen. Ein zäher Kampf auf Leben und Tod schloss sich an, der durch die glückliche Wendung durch eine Spenderleber noch zu einem guten Ende kam.

Nun ist Walter Trout mit dem äußerst zutreffend betitelten Album "Battle Scars" zurück. Oft hat man nach schwerer Krankheit das Gefühl, dass die Spielfähigkeit der Musiker und vor allem ihr stimmlicher Ausdruck gelitten haben. Nicht so bei Walter Trout! Er toppt mit "Battle Scars" alles, was er bisher ins Rennen geschickt hat, singt und soliert durch mitreißende und auch textlich authentische Songs, die seinen Leidensweg der letzten Jahre und die nie verlorene Hoffnung thematisieren. Bleibt mir nur zu sagen: Willkommen zurück im Leben, Walter Trout!

Frank Scheuermann

10/10 






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