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Bye Bye Lullaby

Label: AFM Records (2012)

Mal wieder neues aus Schweden. The Murder Of My Sweet stellen mit "Bye Bye Lullaby" ihr zweites Werk vor, das mit relativ kurzem Abstand dem Debüt "Divanity" aus dem Jahre 2010 folgt. Neben der neuen Scheibe sind mit Gitarrist Christopher Vetter und Bassist Teddy Westlund auch gleich zwei neue Crewmitglieder am Start.

Auf die Frage, wie das neue Werk denn klingt, könnte man folgendermaßen antworten: Man nehme einen Großteil des letzten Within Temptation Albums "The Unforgiving", drossele ein wenig die Geschwindigkeit, mische eine Brise Gothic mit rein und verleihe dem ganzen ein wenig Main Stream Charakter et voilà: fertig sind die neuen Songs. Gut umgesetzt wurde hierbei vor allem das Wechselspiel zwischen den Gitarren und den Keyboards. Letztere verleihen jedem Track seine Individualität (mal spacig, mal dramatisch, mal modern), trotz allem besticht die Band durch straighte Riffs, die auch produktionstechnisch den Keys Paroli bieten. Zu was die Band im Stande ist, beweist sie vor allem bei den eingängisten Stücken 'Fallen' und 'Unbreakable', die wahrlich Hitcharakter aufweisen und durchgängig durch starke Melodien glänzen. Leider gelingt dies den Schweden auf diesem Album zu selten. Oftmals verpuffen die guten Ansätze oder die Songs bleiben nur durch einen starken Chrous ('Idolize') haften. Frontfrau Angelica Rylin bietet eine solide Leistung, ohne jedoch stimmliche Varianz in die Stücke miteinfließen zu lassen. Ein wenig musikalische Vielfalt hätte dem Album gut getan, sodass sich vor allem das gegen Ende auftuende 'Black September' durch Nightwish ähnlichen Bombast wohlwollend hervorhebt.

"Bye Bye Lullaby" ist eine ordenliche Melodic Metal/Rock Scheibe für den kommenden Sommer. Zwar sind die Highlights an einer Hand abzuzählen, aber wirkliche Ausfälle stehen dem auch nicht entgegen. Solide Kost.

Oliver Bender






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