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Addicted

Label: InsideOut (2009)

Er macht es seinen Fans nicht gerade einfach. Und den beiläufigen Hörern ebenfalls nicht. Genau genommen denen sogar zuweilen fast unmöglich. Devin Townsend ist ein grenzgenialer Musiker, der es liebt, mit allen Hörgewohnheiten zu brechen und die Zuhörer abwechselnd mit unglaublichen Aggressionsausbrüchen und anschließen mit süßesten Ambientklängen zu verwirren und zuweilen in absoluter und erschütternder Ratlosigkeit zurückzulassen.

"Addicted" ist eine solche Platte, die quasi nichts mit ihrem thematisch verwandten Vorläufer "Ki" zu tun hat. Wie der Titel schon vermuten lässt, behandelt der kanadische Querkopf seine starke Drogenabhängigkeit vor einigen Jahren. Die zuletzt of versöhnlichen und desöfteren ruhigen Klänge hat er dabei in diesem Fall weit hinter sich gelassen und haut ein recht angriffslustiges Scheibchen raus, das am ehesten noch an sein Schaffen bei Strapping Young Lad erinnert. Wenngleich auch diese Songs zum Teil ungewöhnliche Elemente enthalten, bieten sie doch allesamt eher einen Widerschein des Heavy Metal Kosmos.

Dem einen oder anderen Fan von Devin Townsends progressiveren Platten ist diese Musik vermutlich zu simpel gestrickt und enttäuschend. Aber das ändert nichts daran, dass alleine der Künstler entscheidet, wie er ein Thema umzusetzen gedenkt. Und wenn das Thema "Drogen" für ihn eines ist, das ihn wütend macht, dann hat er auch jedes Recht der Welt, dies ebenfalls durch musikalische Mittel zum Ausdruck zu bringen. Für alle, die seine letzten Scheiben sehr gemocht haben gilt also: Lieber erst einmal hineinhören und nicht einfach blind kaufen.

Frank Scheuermann






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