Reviews

Delusions

Label: Candlelight Records (2008)

Knapp anderthalb Jahre nach ihrem Debüt "Trancendental" präsentieren die Briten To-Mera - deren treibende Kraft im Übrigen Lee Barrett (Ex-Extreme-Noise-Terror) ist - mit "Delusions" den Nachfolger. Geboten wird auf über einer Stunde Spielzeit Progressive Metal; acht technisch anspruchsvolle sowie in Überlänge geschriebene Songs samt symphonischen Passagen, vielen Tempowechseln, Bombast und nicht wenig jazzigen Momenten. Aber technische Raffinesse sowie ungewöhnliche Einflüsse und Song-Konstruktionen reichen alleine nicht hin, um einen Volltreffer auditiver Art zu landen.

An was es To-Mera eindeutig mangelt, das sind Herz und Seele ebenso wie ein roter Faden, der die vielfältigen Einflüsse stimmig miteinander verbindet. Gefühl, Aha-Momente und umwerfende Ideen sind kaum ausfindig zu machen und müssen mit der Lupe gesucht werden. So interessant das gesamte Konzept auch sein mag - dieser schwerwiegende Kritikpunkt kann dadurch nicht ausgebügelt werden. In dieser Hinsicht besteht noch enormer Aufholbedarf. Zudem wirkt der Gesang von Sängerin Julie Kiss (ehemals bei Without Face tätig) im Allgemeinen eher anstrengend, deplatziert und zuweilen geradezu nervig. Einzig 'Inside The Hourglass' und das nachfolgende 'A Sorrow To Kill' wissen jeweils über eine gewisse Distanz zu gefallen. Bleibt zu hoffen, dass To-Mera auf ihren zukünftigen Veröffentlichungen hieran anknüpfen können; ansonsten werden sie aufgrund seelenloser Kopflastigkeit - trotz unbestreitbar vorhandener technischer Fertigkeiten - wohl oder übel im Meer der Belanglosigkeit versinken.

Stefan Raehse 






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