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Dead Again

Label: Steamhammer (2007)

Ein großer Fan von Type O Negative war ich sicherlich noch nie, habe mir dennoch seinerzeit zwei Scheiben der Truppe zugelegt ... und zwar "Bloody Kisses" (1993) und "October Rust" (1996). Auf beiden Scheiben waren für mich gigantische Songs wie zum Beispiel 'Black No. 1' oder 'Summer Breeze' (beide auf Bloody Kisses), aber auch 'Love You To Death' (October Rust) vertreten, die ich dann rauf und runter gehört habe - um mich dann im Elend zu baden. Naja, damals. Die Mehrzahl der Kompositionen hielt ich damals für gute Gothic-Mucke, hatte dann doch eher meinen Fokus auf Bands wie Sisters Of Mercy oder Fields Of The Nephilim gelegt, wie man an meiner CD-Sammlung deutlich erkennen kann.

Rund zehn Jahre später trudelt bei mir die neue Type O Negative ins Haus. Ich war gespannt, wie sich die Band zu seinerzeit entwickelt hat. Immer noch düster und eindringlich in der Atmosphäre? Die Kompositionen in stellenweise vertrackte und langgezogene Arrangement verstrickt?

"Dead Again" beginnt mit dem Titeltrack als Opener, der angenehm musiziert ist, die Trademarks von Type O Negative klar und deutlich hervorbringt, jedoch keine wirklichen Überraschungen beherbergt. Etwas schwächer geht es mit 'Tripping A Blind Man' weiter, das holprig daherherkommt und zuviel unterschiedliche Elemente in einem Song vereint. Mit 'The Profits Of Doom' kommt dann der erste wirkliche Knaller aus den Boxen, der mit guten Melodien und einer cooler Rhythmusbase zu überzeugen weiss. Auch 'September Sun' ist nicht von schlechten Eltern und somit ein weiterer Höhepunkt der Scheibe, da der Song unheimlich atmosphärisch gestrickt und mit einem passenden Orgelspiel untermalt ist. In Folge pendeln die Songs zwischen schwach und gut, bis gegen Ende 'Hail And Farewell To Britain' der letzte Song des Albums nochmals für Pluspunkte sorgt (zwar altbekannte, aber sehr mitreisende Songstruktur).

Type O Negative anno 2007 klingen wie eh und je, haben abermals Songs mit meistens Überlängen erschaffen - vom exzellent zur Band passenden Gesang des Frontmanns Peter Stelle ganz zu schweigen. Alles in allem liefern Type O Negative eine gute sowie ansprechend produzierte Platte ab (wobei: etwas mehr Druck hätte dem Silberling gut getan...), können mich aber vor Entzücken nicht durchdrehen lassen - dafür ist die Mucke zu sperrig, die Kompositionen zu sehr mit unterschiedlichen Elementen überladen. Ich mag es da klar eingängiger und erdiger. Für Gothic-Freaks ist die Scheibe auf jeden Fall etwas, Metalheads sollten vor dem Kauf erst einmal reinhören.

Andreas Lorenz






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