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The Rebirth Tragedy

Label: Roadrunner Records (2004)

Ein neues Signing bei Roadrunner Europe möchte die Musikwelt aufhorchen lassen. Twleve Tribes sind fünf Jungs aus Dayton, Ohio, die bereits seit 7 Jahren in der Hard- bzw. Metalcore-Szene unterwegs sind. 1999 kam das Debüt „As Feather To Flowers And Petals To Wings“ auf den Markt und verursachte einen wahren Hype. Dieser wurde mit der nachgeschobenen EP „Instruments“ auch gleich wieder gebrochen, denn Twelve Tribes experimentierten auf dem Silberling ziemlich viel herum und verschreckten sogar bereits gewonnene Fans. Nun gilt es die „verlorenen“ Fans wiederzugewinnen und in Europa für mächtig Furore zu sorgen...

Düstere Gitarren, melodisches Riffing und Gesangsduelle zwischen tiefen Hardcore und emotionalen cleanen Vocals bereiten mit ‚Post Replica’ einen mehr als nur gelungenen Einstieg, denn „The Rebirth Tragedy“ hat noch einiges mehr zu bieten. Die Jungs haben dennoch nicht die Zeichen der Zeit verkannt und lassen in ‚Baboon Music’ einige Crossover-Elemente in ihre Musik mit einfließen, besonders cool kommt der cleane Sprachgesang von Gitarrist Kevin Schindel. Mit ‚Venus Komplex’ sind Twelve Tribes aber wieder bei ihrer Spezialität angekommen: typische Hardcore-Kost mit recht experimentellen Zwischenspielen und einem wahrhaft grandios melodischen Refrain. Hier zeigen die Jungs eindrucksvoll wie eingängig und zugleich erschreckend Musik sein kann. Für weitere Experimente bleibt aber keine Zeit, denn mit ‚Chroma’ folgt ein Song, der mich stark an die ersten Tage von As Friends Rust („The Fists Of Time“) erinnert. Beim Thema Eingängigkeit muss sich ‚Chroma’ keinesfalls hinter ‚Venus Komplex’ verstecken, im Gegenteil, hier wird viel Wert auf emotionalen und vor allen Dingen cleanen Gesang gesetzt, was die Musik des Fünfers gleich um einiges softer daherkommen lässt. Dennoch lässt es sich Sänger Adam Jackson nicht nehmen den einen oder anderen Crawl einzustreuen. Fiese Riffs, Double Bass Attacken, quasi schlichter klassischer Metalcore gibt es in ‚Godshaped War’ zusammen mit einem gut melodischen duettartigen Chorus geboten. Auch der letzte Song ‚Flight Of The Pathogen’ fängt unheimlich melodisch an, flacht dann allerdings total ab und verkommt zusehends zu stumpfsinnigem Hardcore. Nach einer Weile kommt man aber wieder auf den richtigen Pfad und überzeugt erneut mit guten Refrain und ruhige emotionale Zwischenspiele. Doch noch einen guten Abgang geschafft, puh.

Twelve Tribes liefern mit ihrem zweiten Studioalbum „The Rebirth Tragedy“ eine durchweg gute Metalcore-Scheibe ab, die sicherlich ihren Platz in der einen oder anderen Plattensammlung finden wird.

Nils Manegold






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