Reviews

Scandinavian Leather

Label: Burning Heart Records (2003)

Was habe ich auf diese Platte gewartet. Die Norweger sind, nach der Rückkehr auf die Bühne letztes Jahr, endlich mit ihrem neuen Teil am Start und die Erwartungshaltung war nicht gerade klein, da der Vorgänger „Apocalypse Dudes“ zu einer meiner absoluten Lieblingsplatten zählt. Nur Hits gab es da zu hören, keinen Ausfall, so schien es schon darum schwer dieses Teil zu toppen. Das Cover, von Klaus Vormann (Beatles Coverdesigner) ist sehr spartanisch ausgefallen, was auf LP auf jeden Fall geil kommt. Ein nettes Intro, ganz im Stile von ‚Age Of Pamparius’ leitet ein bevor es dann richtig losgeht. Und ich sollte Recht behalten, Turbonegro konnten einfach kein schlechtes Album machen, das rockt und zwar im ursprünglichsten Sinne. Der Schrammel respektive Punk Anteil (Also keine zweite „Ass Cobra“) wurde zwar etwas reduziert, aber die Melodien, die Bassläufe (Mhhh, die treiben dich so richtig nach vorne), die unverkennbare Stimme von Hank und natürlich die Parts wie „No, No, No; Yeah, Yeah, Yeah“ die sind immer noch da und laden zum Abgehen ein. Ich weiß ja schon was Kritiker der Band jetzt sagen, das ist ähnlich wie der Vorgänger, das ist mir zu rockig oder so was in der Richtung. Fuck kann ich da nur sagen, Turbonegro haben ihren absolut eigenen Stil (was kaum eine andere Band von sich behaupten kann) und variieren diesen nun ein wenig. Songs wie ‚Gimme Some’, ‚Turbonegro Must Be Destroyed’ oder ‚Train Of Flesh’ (ein fantastischer Gänsehautpart in Mittelteil) haben das Zeug zum Klassiker - in zwei, drei Jahren werdet ihr es mir bestätigen. Auch ein französischer Song hat sich in die Tracklist verirrt ‚Le Saboteur’, der mit einem herrlich witzigen Text aufwartet, ansonsten aber typisch nach Turbonegro klingt. Selbst ‚Fuck The World’, die Videoauskopplung, überzeugt, weil eine Stimmung geschaffen wird, wie sie selten vorkommt. Hier ist nichts Schwaches zu finden, keine Ausfälle, jeder Song geht ins Ohr und die Platte wächst von Mal zu Mal.
Bleibt zu sagen, dass dieser Band nun hoffentlich die Ehre zuteil wird, die sie verdient, denn das ist Rock’n’Roll in Reinkultur. Die ausverkaufte Tour ist einfach ein Muss, denn wenn die ganzen Klassiker dazukommen, müssten Turbonegro eigentlich drei Stunden spielen. Zur Einstimmung kann nur gelten, wer sich das hier nicht zulegt, verpasst ein Stück Rockgeschichte. Everybody, sell your body to the night!

Christian Kremp






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