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To My Surprise

Label: Roadrunner Records (2003)

In diesem Oktober wartet eine ganz besondere Überraschung auf die Musikgemeinde, denn Shawn Crahan, allen bekannt als Schlagwerker bei Slipknot, Brandon Darner (Vocals) und Stevan Robinson (Guitar & Bass) veröffentlichen ihr Erstlingswerk als To My Surprise. Eines vorweg diese Formation packt alle Elemente der Rockmusik und deren Geschichte zusammen und heraus kommt eine Mischung aus elf völlig unterschiedlichen Songs, einer zu fast jeder Gelegenheit, aber fangen wir von vorne an…

Bei den oben erwähnten Personen erwartet man schon handfeste Rockmusik, doch die ersten Töne des Openers ‚The World’s Too Small’ kommen überwiegend aus der Konserve, sprich Elektro-Sounds. Zum Glück besinnen sich To My Surprise eines Besseren und lassen die erwähnten Klänge in den Hintergrund laufen und nehmen stattdessen die Akustikgitarre in die Hand, setzten sich hin und lassen sich von ihren Inspirationen treiben. Vor allen Gesangstechnisch wird in ‚The World’s Too Small’ einiges geboten, ob nun mehrstimmige Vocals oder verzerrter Gesang, es gibt noch wesentlich mehr zu entdecken, zurücklegen und berieseln lassen. Ein ganz anderes Bild bietet sich hingegen in ‚Get It To Go’ dar. Schmutziger Rock’n’Roll mit typisch punkiger yeah, yeah, yeah Mentalität wird hier im wahrsten Sinne des Wortes heruntergerotzt und das alles im Stile von Gluecifer und Konsorten. Die erste Single- bzw. Videoauskopplung sollte allerdings ‚In The Mood’ sein. Auch hier spielt man im weitesten Sinne Rock’n’Roll, wenn auch mit einem kleinen Schuss Limp Bizkit versehen, das extrovertierte Gitarrensolo dürfte allerdings für die allgemeinen Musikliebhaber etwas schräg rüberkommen. In ‚Blue’ werden erneut komplett neue Töne angeschlagen, die man bereits aus dem Bereich Reggae bzw. Ska kennt, The Butlers oder The Specials lassen unverkennbar grüßen. Mit ‚Easy Or Not’ hingegen kommen sie wieder auf den Pfad des Rock’n’Rolls zurück und wissen diesmal mit guten Gitarreneinlagen und einem gelungenen Chorus zu überzeugen. Abgeschlossen wird „To My Surprise“ mit dem Hippie-Rock-Song ‚Sunday’ und dem Beatles-like Track ‚Who’s To Say’. Mehr Abwechslung bedarf es doch wirklich nicht, oder?

To My Surprise liefern mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album ein durchaus gutes Rockalbum ab, dass sehr viel Abwechslung bietet, aber an manchen Stellen doch etwas langatmig wirkt, gerade bei den etwas ruhigeren Songs wie ‚This Life’. Nichts desto trotz muss jeder selbst sein Urteil über diese recht experimentierfreudige Band fällen, ich werde diese Scheiben jedenfalls des Öfteren mal einlegen.

Nils Manegold






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