Reviews

Into The Enchanted Chamber

Label: Massacre Records (2005)

In der Werbung sucht man immer nach Typen. Wer kommt für welches Produkt in Frage, was wirkt glaubwürdig, was lässt man besser bleiben? Bei CDs ist es nicht viel anders. Das Cover ist oftmals der erste Blickfänger, weiter geht's mit dem Bandschriftzug bis hin zu den Songtiteln, mit denen meistens schon eine gewisse Richtung erahnen kann. Die Jungs von Timeless Miracle scheinen solche Sachen null zu interessieren. Hier steht die Verpackung im krassen Gegensatz zum Inhalt. Das Artwork wirkt düster und lässt ebensolche Musik vorausahnen, die Songtitel lassen die Vorfreude auf reinrassige Heavy Metal Tracks steigen. Und was passiert?

Nichts von alledem, stattdessen servieren uns Timeless Miracle ein typisches Freedom Call Album mit leichten Zutaten der Marken Gamma Ray und Rhapsody. Ein Regebogen aus dem Cover inklusive fröhlicher Elfen hätte dem Songgerüst somit auch genüge getan. Eines muss man den Jungs in musikalischer Hinsicht jedoch lassen: Nachdem Freedom Call mit ihrem letzten Output die Grenze des Ertragbaren überschritten haben, läuft hierbei noch alles im Rahmen ab. Der Faktor Happy Metal ist zwar allgegenwärtig, andererseits gibt es aber auch genug härtere Passagen, sodass die Songs nicht vollends verwässern. Die Stücke sind einfach gestrickt und werden durch Fanfaren, Keys und epische Klänge aufgepulstert. Das Ganze wirkt leichtverdaulich und geht schnell in die Gehörgänge über. Der Sänger ist mal wieder ein Paradebeispiel für Bands dieser Art am Start, der ganz im Stile von Bernhard Weiss (Axxis) agiert. Die 12 Songs kann man problemlos durchhören, ohne Gefahr zu laufen, jedes zweite Stück überspringen zu müssen. Als Anspieltipps seien ,Witches Of Black Magic’, ,The Devil’ und die Übernummer ,The Voyage’ empfohlen.

Wer Happy Metal mag, wird auf diese Scheibe nicht verzichten können. Eine ernsthafte Alternative zu Freedom Call.

Oliver Bender






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