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Demons And Diamonds

Label: Massacre Records (2003)

Spätestens nach dem Titeltrack muss man sich die Frage stellen: Ist er es oder ist er es nicht? Nachdem ich den Promozettel vergeblich nach dem Namen Dickinson durchforstet habe, werfe ich die Scheibe erneut ungläubig in den CD-Player, um den Vocals von Frontmann Tony Johannssen zu lauschen. Die stimmliche Ähnlichkeit mit dem Maiden Sänger ist frappierend, man könnte glatt meinen, ein Zwillingsbruder von Mr. Dickinson ist aufgetaucht, um nun mit Thundebrolt für Furore zu sorgen. Um es mit Mr. Spock’s Worten treffend zu analysieren: Faszinierend!

Auch wenn das Intro zu „Demons And Diamonds“ auf einen weiteren Rhapsody Ableger schließen lässt, so sind die Einflüsse eher dem klassischen Metal Bereich wie Grave Digger und vor allem Iron Maiden zuzuordnen. Vor allem letztgenannte spiegeln sich in sehr vielen Stücken von Thunderbolt wieder, die ursprünglich aus der Hardcore Szene stammen. Auch wenn Drummer Vegard Waske noch einige Hardcore Roots aus den Stücken raushört, so ist der Stil klassischer Metal mit 80er Jahre Prägung. Basierend auf der starken Rhythmusfraktion um Drummer Waske und vor allem Bassist Morten Eriksen (der des öfteren gezielt in den Vordegrund gemischt wurde) schütteln die beiden Gitarristen Cato Syversrud und Frank Johannssen ein Killerriff nach dem nächsten aus den Ärmeln, wobei auch das jahrelange Zusammenspiel der Band deutlich wird. Begeistern können vor allem das treibende ,The Great Walls Of Stone’ sowie das stampfende ,Heartrazor’, dass zum Schluss noch ordentlich Power entfaltet. Das Highlight schlechthin ist der 7-Minuten Track ,Haunted By Shadows’, der fast schon doomartige Phasen beinhaltet und durch seine treibende Wirkung sehr viel Atmosphäre versprüht. Das darauf folgende ,Baptized By Fire’ hingegen ist der schnellste Track des Albums, der zudem durch gezielte Tempowechsel einige Spannungswechsel aufbaut. Um letztlich noch einmal auf Frontmann Tony zurückzukommen: Letztgenanntes Stück sowie ,The Murderer’s Dream (Of Purgatory)’ beweisen erneut sein stimmliches Facettenreichtum: Mal höhere Tonlagen, mal im tieferen Bereich, mal wie Dickinson himself, was will man mehr?

„Demons And Diamonds“ ist ein Muss für alle Heavy Metal Fans. Ein ganz starkes Album mit einer gehörigen Portion Spielfluss und Highlights.

Oliver Bender






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