Reviews

Robert Johnson's Tombstone

Label: Frontiers Records (2006)

Mit Thunder ist das so wie mit guten alten Bekannten: man sieht oder hört eine Weile nichts von ihnen und dann, wenn man sich wieder gegenübersteht, ist alles wieder so wie früher. Für mich haben Thunder schon immer so eine Art Quintessenz des britischen Rock der siebziger Jahre dargestellt: mit deutlichen Bluesbezügen, erdverbunden mit knochentrockenen Riffs, die die Welt schon seit ihrer Erschaffung kennt und mit großen Melodien, die in schönen Bögen eingefangen werden. Dabei ist es am ehesten die Kombination aus den Beiträgen der Herren Bowes und Morley, die zum Wiedererkennungswert der Band führt. Aber auch wenn dieses Wiedererkennen nicht stttfinden würde, wäre alleine schon das Transportieren von Led Zeppelins Andenken in ein neues Jahrtausend aller Ehren wert.

It dem Titelsong zelebrieren Thunder alles, was sie einst(in kommerzieller Hinsicht) groß gemacht hat und ebenso alles, was sie auch heut noch (in künstlerischer Hinsicht) überlebensgroß erscheinen lässt: brillante Gitarrenarbeit und eine der ausdrucksstärksten Stimmen der gegenwärtigen britischen Rockszene. Textlich nimmt man sich Robert Johnsons und all der Mythen und Legenden an, die sich um diesen großen Bluser der 30er Jareranken und dessen viel zu kurzes Leben wie eine Blaupause aller späteren Rockstars und -klischees aussieht: Sex, Drugs, Music & Deal with the devil...(Wobei mich Eric Claptons Interpretation des Songs 'Me And The Devil' am meisten überzeugt: es gehe dabei um seine Frau, die ihn runtermacht, weil er mal wieder viel zu spät aus der Kneipe nach Hause gekommen sei! Klingt doch plausibler als der ganze metaphysische Quatsch!). Für mich istalleine schon wegen des Titelsongs die neue Scheibe noch einen ganzen Tick besserals die ohnein schon erstklassige Vorgängerscheibe! Für alle Freunde traditionellenHardrocks uneingeschränkt zu empfehlen!

Frank Scheuermann






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