Reviews

Thunderbolt

Label: Warner Music (2018)

Saxon gehören seit etwa 40 Jahren zu den zuverlässigsten Metalbands des Planeten. Nicht jede Scheibe war Weltklasse, aber echte flops findet man eben auch nicht. Zuletzt musste man sich wohl desöfteren anhören, dass das Schema X gefunden ist, nach dem alle Saxon Platten seit etwa zwei Dekaden gezimmert werden. Da ist bestimmt etwas dran, aber wen juckt es, wenn das Ergebnis hut ist? Mit "Battering Ram" hat man vor etwa drei Jahren die Messlatte recht hoch gehängt und nun stellt sich die Frage, wie der 22. Studiooutput sich in diesem Kontext macht.

Mit seinem Intro zum Titelsong, der so etwa in Richtung griechischer Helden- und Göttersagen geht, hat man sich vielleicht nicht unbedingt den größten Gefallen getan, da die Nummer nur bedingt im Ohr höngen bleibt. Das machen einige der Nachfolger deutlich besser. Wie zumeist, gefallen mir die epischen Nummern am besten, gefolgt von den räudigen Rock'n'Rollern. Da "Thunderbolt" die erste Saxon Studioplatte seit dem Ableben der klassischen Motörhead ist, die Saxon durch diverse Supportslots Ende der 70er und Anfang der 80er erst bekannt gemacht (UND an den Rock'n'Roll Lifestyle herangeführt) haben, war es klar, dass hier eine Hommage an Lemmy, Philthy und mittlerweile auch Fast Eddie her musste. Die findet sich in der nostalgischen Nummer "They Played Rock'n'Roll", die mit kehligerem Gesang durchaus auch von Herrn Kilmister hätte stammen können.

Eine echte Überraschung bietet "Predator", das erstmals im Saxon-Kanon Growls beinhaltet. Ich glaube nicht, dass Saxon auf ihre alten Tage noch ins Death Metal Lager wechseln werden, aber als Schmunzler ist das allemal gelungen. Weitere Highlights sind "Sons Of Odin" und das in zwei Fassingen vertretene "Nosferatu".

Ist "Thunderbolt nun einer der Saxon Klassiker oder verschwinden die Songs nach der aktuellen Tour wieder in der Versenkung? Weder das eine noch das andere scheint mir wahrscheinlich. An "Wheels Of Steel", "Strong Arm Of The Law", "Denim & Leather", "Power & The Glory" und "Crusader" wird wohl nie wieder etwas herankommen. Aber zwei oder drei Songs haben schon das Potential, immer mal wieder in der Setlist aufzutauchen.

Frank Scheuermann

8,5/10






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