Reviews

Supersonic Blues Machine
West of Flushing,South of Frisco

Label: Mascot (2016)

Der für seine zuweilen heftigen emotionalen Ausbrüche ebenso wie für seine extrem geilen Soli bekannte Texaner Lance Lopez, seines Zeichens Dauerabonnent aller Ausnüchterungszellen zwischen Ost- und Westküste, überrascht uns nach längerer Funkstille mit einem Album, das dieses Warten mehr als wert ist. Er hat mit Kenny Aronoff einen neue Blues Supergroup am Start, deren Gastmusiker jeden Freund des 12-Takt-Schemas freudig mit der Zunge schnalzen lässt. Billy Gibbons greift ebenso in dei Saiten wie Warren Haynes oder Robben Ford. Das ist wirklich ein Gipfeltreffen vor dem Herrn, das nicht nur nominell Rekorde aufstellt! Häufig sind solche Truppen zwar auf dem Papier eine feine Sache, aber die Wirklichkeit ist dann doch zumeist mehr als ernüchternd. In diesem Fall ist das allerdings genau so, wie man es von einem All-Star-Projekt im positivsten Falle erwarten sollte. Lance Lopez gibt ganz klar die Struktur vor, und alle Gäste agieren als Geber zusätzlicher, wohltuender Farbtupfer. Das erweitert dann das musikalische Spektrum in die Bereiche Folk, Funk, Jazz und Hardrock. All das wird kongenial dargeboten, wobei das Maß aller Dinge zu jedem Zeitpunkt der Blues bleibt. So gesehen ist  "West Of Flushing, South Of Frisco" das erste komplett unverzichtbare Blues Highlight des noch recht jungen Jahres. Und Lance, den ich trotz seines zuweilen etwas fragwürdigen Rufs, stets als kollegialen, freundlichen udn jamfreudigen Mitmenschen und Mitmusiker erleben durfte, täte gut daran, sich auch weiterhin mit diesen wundervollen Musikern zu umgeben.

Frank Scheuermann

9/10 






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