Reviews

Saturn
Ascending

Label: Rise Above (2014)

Zuweilen, so pfeifen es ja bereits die Spatzen von den Dächern, kommt aus nördlichen Gefilden durchaus gut goutierbarer Stoff für unsere Ohren. Vor allem die Schweden tun sich bei der Wiederaufbereitung klassischer Riffs in neuer Form seit vielen Jahren extrem wohltuend hervor. Unter all den wundervollen Retrorockern, die sich augen- und ohrenscheinlich mehrheitlich auf die späten sechziger und frühen siebziger Jahre konzentrieren, tun sich die Wikinger von Saturn besonders hervor. Sie beackern nämlich ein Feld, das man eigentlich von britischen Bands erwarten würde: Sie klingen wie eine NWoBHM Tribute Band. Der knarzige Garagensound, vermutlich absichtlich abwesende Produktion, die den Eindruck erweckt, man stünde direkt neben dem Marshall Verstärker, während die Band im Proberaum alles aus sich herausholt, um am nächsten Abend in der örtlichen Kneipe zu bestehen.

Namentlich die frühen Sachen von Bitches Sin, Split Beaver und Handsome Beasts fallen mir ein, also allesamt Vetreter des besonders urigen Heavy Metal Records Sounds der Gründerjahre. Dabei werden Hardrockstrukturen der 70er/ 80er genauso bedient, wie bluesige Referenzen gesetzt. Der Gesang, der erfischen unprätenziös rüberkommt, vermag es, der Musik einen zusätzlichen Schuss Authentizität zu spenden. Die an Uriah Heep angelehnten (wenngleich um ein vielfaches simpler gestrickten) Chöre kommen auch sympathisch rüber.

Als die größten Innovatoren 2014 werden Saturn vermutlich nicht ausgezeichnet werden, aber für mich ist "Ascending" eine der sympathischsten Retroscheiben der letzten Monate.

Frank Scheuermann

7,5/10






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