Reviews

De Humana Maiestate

Label: Revalve Records (2013)

S.R.L. (für Società Responsabilità Limitata ; entspricht etwa unserer GmbH) sind eine italienische Metalgruppe, die seit ihrer Gründung im Jahr 1992 musikalisch schon einen recht weiten Weg gegangen sind. Was eher als Hardrock begann (garniert mit progressiven Einflüssen, wie auch der Bandname – eine Verbeugung vor BMS (Banco del Mutuo Soccorso) und PFM (Premiata Forneria Marconi) – zeigt) hat sich mittlerweile zu „klassischem“ Thrash gewandelt. Was sie auszeichnet ist ihre Vorliebe für italienische Texte – doch dazu später mehr.


De Humana Maiestate ist das fünfte Album der Gruppe, seit Mutatio et Maiestitia sind immerhin schon 5 Lenze ins Land gezogen.   Bemerkenswert ist schon mal der Aufbau des Albums:  Im Stil der klassischen Oper mit drei Akten – inklusive Prolog und Epilog sowie einem Zwischenspiel. Auch die Thematik – die 3 Akte sind mit Dolore (Schmerz), Rabbia (Zorn) und Vendetta (das dürfte sich von selbst verstehen...) betitelt – macht Appetit.


Und die Musik? Die kann die Erwartungen durchaus erfüllen. Francesco (Khaynn) verleiht dem Album eine eindringliche Reibeisenstimme, die sehr stimmig ist. Positiv bemerkt werden sollte auch Lucas Arbeit an den Drums (für eine Thrash-Metal-Band ja nicht gerade unwichtig). Was geboten wird weckt Erinnerungen an die Klassiker der 80er und 90er Jahre. Zugegeben: Auch S.R.L. erfindet das Rad nicht neu und das eine oder andere Arrangement dürfte einem durchaus schon bekannt vorkommen. Aber ihre Arbeit ist solide – besser gut und stimmig kopiert, als möglichst innovativ gewollt und nicht gekonnt.


EINEN Wermutstropfen gibt es dann da aber schon (wie könnte es auch anders sein...):
Die konsequente Verwendung der italienischen Lyrics. Um mich nicht falsch zu verstehen – das gefällt mir. Es hat Klasse und ich verbeuge mich vor jeder Gruppe, die das Rückgrat hat, in ihrer Landessprache zu singen. Aber es bedeutet ein deutliches Hindernis für ein breiteres internationales Publikum – das S.R.L. meiner Meinung nach durchaus verdient hätte. Das gilt auch und gerade für ein Themenalbum in dem die Texte nicht einfach nur schmückendes Beiwerk sind, sondern einen wesentlichen Anteil der Spielzeit ausmachen. So bleibt zu befürchten, dass nur diejenigen sich dieses Werk zulegen, die sich auch die Zeit nehmen können oder wollen, sich mit dem Stoff auseinander zu setzen. Gewissermaßen die „Opernfraktion“ unter den Metalfans.
KoJe






Rock & Pop Tickets bei www.eventim.de