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12 Song Program

Label: Fat Wreck Chords (2010)

Eine famose kleine Kollektion von Folksongs hat der No Use For A Name Fronter zusammen mit leichter LagWagon-Unterstützung Tony Sly sich mit "12 Song Program" aus dem Ärmel geschüttelt. Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit Punk hat diese Scheibe definitiv nichts zu tun. Wenn man wollte, könnte man auf irgendwelche Emo-Kisten anspielen, wenn es mal ein wenig melancholisch wird, allerdings versteht es Tony Sly immer wieder, die Musik eher in traditionellem Fahrwasser zu halten. Ich denke da stellenweise eher an Crosby, Stills, Nash & Young oder an America als an die selbstmordgefährdeten Schrägfrisurenträger.

Die Texte sind durchdacht wenngleich nicht übertrieben intellektuell. Stattdessen gibt es viel Reflexion über die kleinen alltäglichen Sorgen und Probleme. Und zu diesem Ansatz passen die unprätentiösen Songtitel und mit viel Eckkneipenflair ausgestattete Albumcover inklusive Bar und Wurlitzer Jukebox. Nach gerade einmal einer halben Stunde endet denn auch das kurze Hörvergnügen. Aber das ist vielleicht auch gut so, da so alle ruhigen Songs schön wirken können, ohne dass auch nur ein Anflug von Langeweile aufkommt. Sehr schön.

Frank Scheuermann






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