Reviews

Carnage Victory

Label: Massacre Records (2009)

Wenn ich ehrlich bin, muss ich offen gestehen, dass mich Sacred Steel bislang mit ihrer Musik nicht sonderlich berührt haben, obwohl sie sowohl vom handwerklichen Vermögen her als auch von den sonstigen Kompetenzen genau das sein müssten, was mir gefallen könnte. Vielleicht lag das bislang auch eher an meinen eigenen Ohren als an der Band selbst. Möglicherweise ist der Gesangsstil dafür verantwortlich. Versteht mich nicht falsch - der Gesang ist sehr professionell, aber trotzdem spricht er mich nicht an. Egal, schauen bzw. hören wir uns an, was die Band ansonsten zu bieten hat.

Die von starken und dominierenden Riffs getragenen Nummern bewegen sich im Fahrwasser extrem typisch deutschen Heavy Metals der 80er Jahre. Dabei werden Thrashgefilde genauso berührt wie der unvermeidliche Speedmetal. Und das macht die Kapelle auch wirklich gut. Besonders gelungen ist es aber für mich immer dann, wenn getragene und hymnische Elemente den Gesamtsound der Band erweitern. Das geschieht auf dieser Scheibe erstmals auf dem Titelsong 'Carnage Victory'.

Letztlich bleibt der Eindruck einer abwechslungsreichen Metalscheibe, die sich jeder, dem 80er Jahreklänge ohne Haarspray am eisernen Herzen liegen voller Genuss und ohne einen Anflug von Reue zu Ohren führen kann. Nach dem Anhören dieser Platte werde ich mir doch mal die eine oder andere CD aus dem Backkatalog der Schwaben kommen lassen. Allerdings hoffe ich dort auf gelungenere Texte als bei 'Broken Rites'. Der ist definitiv einfach nur Panne...

PS: Nichts gegen das Cover, aber ähnliche Motive hatten bereits Canned Heat ("Future Blues"), Uriah Heep ("Conquest"), Savatage ("Fight For The Rock") und ca. 1000 andere auch...

Frank Scheuermann