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Different Realities

Label: Record Heaven (2009)

Sie sind definitive meine allerliebste Hippie-Revival-Band. Punkt. Aus. Ende. Mit "Different Realities" legen die Schweden bereits ihre vierte Platte vor und sie verstehen es nach wie vor am besten, ein Gefühl von Haight-Ashbury 1967 zu wecken. Westcoastrock in Verbindung mit einem Hauch indischer Ragas, dazu ein wenig Heavy Rock der Marken Cream, Mountain und Jimi Hendrix. Und bei 'Over The Mountains' scheint mal wieder der Tontechniker an den sogenannten "Led Zeppelin"-Knopf gekommen zu sein und den Regler, an dem in großen Lettern "J-O-H-N-B-O-N-H-A-M" prangt auf 10 geschraubt zu haben...

Der einzig instabile Punkt bei dieser famosen Band war bislang der Posten am Mikrophon. Daraus haben Siena Root mittlerweile eine Tugend gemacht und sich für die neue Scheibe gleich drei Vokalisten ins Studio geholt. Und die machen ihren Job wie immer hervorragend, auch wenn das Hauptaugenmerk vor allem auf der wie immer vorzüglichen Gitarrenarbeit (respektive: Sitararbeit) liegt. Dazu kommen gelegentliche Hammondexzesse, die ebenfalls vom Gitarristen zu Gehör gebracht werden.

Different Realities zerfällt mit seinen insgesamt zehn Stücken in eigentlich zwei Longtracks, 'We' (bestehend aus vier Titeln) und 'The Road To Agartha' (bestehend aus den verbliebenen sechs Stücken). Diese gehen eigentlich nahtlos ineinander über, so dass der Eindruck von nur zwei Liedern entsteht. Die fühlen sich an wie ein sehr langer und intensiver Trip von San Francisco nach Nepal und wieder zurück.

Von diesem Stoff kann ich definitiv nicht genug bekommen und freue mich darauf, die Band endlich wieder live zu erleben, was mir bereits zweimal vergönnt war. Klasse Band, klasse Scheibe!

Frank Scheuermann






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