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Semlah
Semlah

Label: Cyclone Empire (2009)

Hinter Semlah verbirgt sich kein anderer als Tommy Wilbur, ein ehemaliges Mitglied der Metal Legende Count Raven. Wer sich an diesen Namen noch erinnern kann, der weiß oder ahnt schon zumindest, was ihn bei Semlah wohl erwarten könnte. Und siehe da, manches Mal werden Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern überboten!

Auf ihrer ersten Scheibe machen Semlah stilistisch in etwa das, was man auch von Count Raven gewohnt war: Doom, Doom und nochmals Doom. Was für mich allerdings besonders beeindruckend dabei ist, sind nicht die Lavariffs, die ultrafett in Zeitlupe und Endlosschleifen auf den Hörer zurollen. Im Gegenteil: Semlah wagen etwas, was man im mittlerweile stark klischeebehafteten Doombereich leider nur noch selten findet (ursprünglich aber auch einmal integraler Bestandteil der Szene war): düstere Balladen mit Akustikgitarrenbegleitung. Bestes Beispiel dafür ist 'Perennial Movement II', das so auch neben 'Laguna Sunrise' von Black Sabbath bestehen könnte.

Die restlichen Songs zeichnen sich durch eine Gesangsleistung in der Preisklasse Messiah Marcolin aus. Und das dürfte den einen oder anderen schon zum genüsslichen Schnalzen mit der Zunge bringen. Die Doomwalze wird immer sehr moderat vorgetragen. Intelligente Arrangements und starke Melodiebetonung sind den Schweden offensichtlich weitaus wichtiger als den Kollegen von Reverend Bizarre...Dabei kommt auch das Wah-Wah-Pedal voll zum Einsatz, so wie es vor fast vierzig Jahren von Tony Iommi vorgegeben wurde.

In meinen Ohren eine der schönste weil abwechslungsreichsten Doomveröffentlichungen des noch relativ jungen Jahres!

Frank Scheuermann






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