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Farscape

Label: SPV (2008)

Klaus Schulze ist ein Ausnahmekünstler. Und obwohl ich von meinen musikalischen Wurzeln her nicht unbedingt der archetypische Fan von elektronischer Musik bin, so weiß ich doch das Genie zu würdigen. Seit seiner Zeit mit Ash Ra Temple und Tangerine Dream, über seine Jazzrockeskapaden mit Stomu Yamashta's Go bis hin zu seinen Techno und Trancewerken der jüngeren Vergangenheit wusste der Wagner Verehrer stets seine Fans zu begeistern. Nun hat er sich für sein neuestes Wer mit der ehemaligen Sängerin des australischen Duos Dead Can Dance, Lisa Gerrard, zusammengetan, um ein neues Opus zu verfassen.

Und die Musik kommt stark. Ich empfinde die Musik als eine spirituelles Ereignis. Nicht, dass ich auch nur ein Wort vom Gesang verstanden hätte. Vielmehr erheben die Töne, die Frau Gerrard absondert das Ganze in den Bereich schamanischen Treibens. Die Musik ist mal stoisch, mal nimmt sie ganz erheblich an Fahrt auf, wird bisweilen sogar fast zu Techno. Dabei ist Klaus Schulze immer die Berliner Schule anzumerken. Durchkomponierte Elemente treffen auf eher improvisierte Teile. Das Ganze Werk soll innerhalb von nur zwei Tagen eingespielt worden sein.

Die Klanglandschaften, die sich aus Schulzes Equipment herausschälen sind auch für Menschen, die normalerweise mit Elekronik gar nichts anfangen können, durchaus goutierbar. Fans wissen die etwa 150 Minuten der neuen Doppel CD wohl zu schätzen, da es wirklich die Musik von zwei großen Könnern ist.

Den Metallern und Schweinerockern kann ich die Scheibe trotzdem für frühmorgendliche Stunden empfehlen, wenn man noch einen Tinnitus vom eben besuchten Konzert in den Ohren hat und wirklich einmal Entspannung braucht.

Frank Scheuermann






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