Reviews

Paramount

Label: InsideOut (2007)

Wie die höheren Semester unter uns vielleicht noch wissen, gab es in den achtziger Jahren außer den recht poppigen Marillion, IQ oder Twelfth Night im  Progressive Bereich kaum etwas zu vermelden. An progressiven Metal war gleich zweimal nicht wirklich zu denken, schon gar nicht aus deutschen Landen. Allerdings fällt einem bei längerem Nachdenken doch eine Band ein, die sich intelligente Musik auf die Fahnen geschrieben hatte: Sieges Even.

Allerdings hatte diese Formation viele Jahre damit zu kämpfen, dass der Gesang (als wichtigstes Instrument einer Band) immer hinter den handwerklichen Fähigkeiten der Herren Instrumentalisten zurückblieb. Vor zwei Jahren meldete sich die Band jedoch eindrucksvoll in neuer Besetzung und mit einer großartigen Scheibe namens "The Art Of Navigating By The Stars" zurück. Insofern ist die neue Veröffentlichung "Paramount" keine wirkliche Überraschung. Lediglich der relativ frühe Zeitpunkt (wenn man die sonst ziemlich ausufernden Pausen zwischen zwei Platten von S.E. als Maßstab zugrunde legt) verwundert ein wenig.

Stilistisch hat man sich seit "The Art..." konsequent weiter entwickelt und spielt mittlerweile ein wenig kompakter und weniger ausufernd. Die neuen Kompositionen sind durchweg mit tragenden und überaus gut funktionierenden musikalischen Themen versehen. Neben den wie immer gut strukturierten und fokussierten Gesangsnummern thront auf "Paramount" eine wundervolle Instrumentalnummer, die auf den Namen 'Mounting Castles In The Blood Red Sky', die eine musikalische Interpretation der "I have a dream" Rede des afro-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King darstellen soll.

Der deutschen Proglegende kann man insgesamt bestätigen, dass sie sich innerhalb der schon immer bemühten Stilelemente geschmacksicher weiterentwickelt hat.

Frank Scheuermann






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