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Learning To Rock

Label: Gun Records (2007)

Rückblick: Anno 1997 veröffentlichte eine bis dato unbekannte schwedische Band namens Hammerfall ihr Debütalbum "Glory To The Brave" und ließ den damals totgeglaubten Heavy Metal wieder auferstehen. Nur zwei Jahre später betrat eine junge finnische Band namens Sonata Arctica mit ihrer ersten Scheibe "Ecliptica" die Showbühne, die in punkto Spielfreude und Professionalität gar schon die etablierten Stratovarius übertraf. Im Jahre 2007 könnte es nun wieder so weit sein, eine dieser Sternstunden zu erleben. Mit Sturm Und Drang stellt sich eine neue finnische Formation vor, deren Bandmitglieder nicht älter als 16 (!) Jahre alt sind. Als Inspiration für das eigene musikalische Schaffen diente der Besuch eines Judas Priest Konzertes vor vier Jahren, das den Startschuss für die eigene Karriere bildete. Benannt nach der deutschen Dichterepoche des 18. Jahrhunderts und mit dem passenden Albumtitel "Learning To Rock" präsentieren uns die Finnen nun ihr Debütalbum.

Auch wenn Priest die Initialzündung war, so kommen die Teenager doch eindeutig nach ihren Landsmännern von Stratovarius und Sonata Arctica. Insbesondere Letztgenannte gehen einem nach dem Opener 'Broken' sofort durch den Kopf; eine derartige Spielfreude, fantastische Melodien, die richtige Mischung zwischen Keys und Gitarren sowie starke Gesangslinien hauen einem gleich zu Beginn förmlich um. Die Band spielt frisch, fromm, fröhlich und frei auf, so dass es fast schon unglaublich erscheint, wie homogen und professionell diese Scheibe brilliert. Nach dem starken Opener folgt mit 'Talking To Silence' ein eher treibendes Stück, ehe man mit 'Forever' wieder auf's Gaspedal tritt und den Opener zu übertrumpfen versucht. Mit der ersten Single-Auskopplung 'Rising Son' werden Erinnerungen an Warlock wach, stellt dieser Track doch eine Erste-Sahne-Rock-Nummer aus den 80ern dar. Das die Jungs ihr Handwerk auch in langsameren Gefilden verstehen, zeigt die Ballade 'Indian', die im wahrsten Sinne des Wortes Gänsehautfeeling erzeugt. Die Klasse an Stücken, die die Jungs auf dieses Album gepackt haben, besticht nicht nur durch die Stärke der einzelnen Songs, sondern auch durch die Fähigkeit, wieder erkennbare Ohrwurmmelodien zu kreieren, die prägnant sind und somit einen hohen Wiedererkennungswert haben. Wie erstaunlich routiniert die Tennies zu Sache gehen, ist beeindruckend. Selbst Frontmann André Linman, dessen Organ mit Sicherheit noch steigerungsfähig ist, wirkt schon sehr abgeklärt. Mit zehn Titeln hat die Band ein reich bepacktes Debüt eingespielt, das keinerlei Ausfälle zu verzeichnen hat.

"Learning To Rock" ist zweifellos ein herausragendes Debütalbum einer Band, die im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen steckt. Sturm Und Drang dürften sich mit diesem Album sofort in die Herzen der Fans gespielt haben, sodass diese noch junge Formation mit Sicherheit noch öfter in den Schlagzeilen auftauchen wird. Ganz stark!

Oliver Bender






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