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Influence

Label: Frontiers Records (2007)

Es mag ja irgendwann einmal originell gewesen sein, seinen Fans zu zeigen, wer denn zu den eigenen musikalischen Vorbildern gehört hat, aber gerade Tommy Shaw hat in den letzten Jahren in meinen Augen zu viele derartige Tonträger unters Volk gebracht. Vor zwei Jahren hat der Styx-Gitarrist und Sänger ähnliches schon mit seiner Stammband getan, jetzt tut er es mit seinem Damn Yankees-Mitstreiter Jack Blades. Trotz ähnlicher Ausrichtung des Projekts steht dieses Mal ein anderer Schwerpunkt fest: nicht kernige Rockriffs, sondern vielschichtige Gesangsharmonien. Daher verwundert es nicht weiter, dass auf dem Speiseplan vor allem Songjuwelen der Mamas & Papas, Simon & Garfunkel oder Buffalo Springfield stehen. Es ist schön, nun auch diesen Teilaspekt der Shaw'schen Plattensammlung zu kennen, aber um daraus eine komplett neue CD zu machen, braucht es zumindest eins: die neuen Versionen sollten wenigstens neue Aspekte in schon tausendmal gehörten Originale einbringen. Und genau daran hapert es. Nicht dass "Influence" schlecht klingen würde, aber alle Originale haben deutlich mehr Glanz und Ausstrahlung als diese Kollektion. Und bei einem Song wie 'Your Move' grenzt es fast an Majestätsbeleidigung, wenn ein Sänger wie Jon Anderson mit seiner fast schon außerirdischen Stimme nicht dabei ist. Daher kann ich die CD nur harmoniebedürftigen Jungspunden empfehlen, die noch nicht mit den Originalen vertraut sind.

Frank Scheuermann 






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