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Cocoon

Label: Modern Noise (2006)

Aus Bayern, pardon, aus Franken, genauer gesagt aus dem Raum Nürnberg / Schwabach kommen Spellbind. 2001 fanden sich Chris und Ole zusammen um erste Schritte auf dem musikalischen Territorium des Songwritings / arrangements zu gehen. Dominic kommt Ende des Jahres dazu und das jammen beginnt. Im Januar des folgenden Jahres kommt Jonas als viertes Mitglied dazu und komplettiert das Lineup. Der musikalische Tripp begann ganz unschuldig als Akustikprojekt, doch der Plan entwickelte sich anders. Aus einer Akustikansammlung wurde eine Alternative Rock Band, deren Ziel aber weiterhin das professionelle Hinarbeiten auf einen Plattenvertrag war. Das Debüt "Cocoon" soll nun auch überregional bekannt werden, weshalb es ein zweites Mal auf den Markt gebracht wird...

Wenig ist noch zu hören von den Akustik / Pop-Wurzeln, die am Anfang die Geschicke der Band dominiert haben. Klar kann man nun nicht erwarten, dass die Elektro- / Verzerrerfraktion voll auf ihre Kosten kommt, denn die E-Gitarren sind dezent gestimmt und dienen der Untermalung des Gesangs und sind nicht um ihrer selbst willen im musikalischen Klangbild untergebracht. Neben rockenden Stücken, wie dem Opener 'Fallout', hat der Vierer auch langsame Werke mit viel Gefühl im Angebot, wie beispielsweise 'By Now' oder auch die Ballade 'Day After Day'. Die gefühlvollen Parts hat die Bands perfektioniert und so nehmen sie auch den größten Teil der Scheibe ein, zum Leidwesen der freunde flotterer Musik. Aber da die Entwicklung stetig weiter geht wird Spellbind früher oder später ein Gleichgewicht finden, dass alle zufrieden sind.

Als Emo kann man "Cocoon" nicht bezeichnen, aber mehr Rock könnte schon sein. Freunde sanftere Klänge können mit dieser balladenbestückten Platte bestimmt viel anfangen, Fans des gröberen Alternative Rocks sollten auf das nächste Album warten.

Winfried Bulach






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