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Toxicity

Label: Sony (2001)

Wow!!! Mehr kann man zu diesem Meisterwerk wohl nicht sagen. Mit ihrem Debütalbum „System Of A Down” bewiesen sie schon, dass sie wirklich was drauf haben und nicht auf diesen aktuellen New Metal-Hype angewiesen sind. New Metal? Nun ja, so nennt es zumindest die Presse aus Mangel an Kreativität. So einfach geht das auch jedoch nicht, SOAD nutzen viele Stile für sich - Metal, Hardcore, Punk, Jazz und armenische Folklore um nur einige zu nennen Mit „Toxicity“, da bin ich mir sicher, werden sie nun auch endlich den verdienten Erfolg genießen können. Seid langem gab es keine Band mehr wie System Of A Down; 4 Armenier, mit Wohnsitz in L.A. die endlich mal wieder etwas wirklich neues geschaffen haben, denn schließlich gibt es nicht mal eine Bezeichnung für ihre Musik, sie hätten es wohl verdient ihr selbst einen Namen geben zu dürfen. Ihre Musik ist einfach etwas ganz besonderes. Und für Fans von politischen texten alla Rage Against The Machine, haben sie auch einiges zu bieten. Zum Beispiel sind sie begeistert von dem europäischen Anti-Amerikanismus der ab und zu aufkommt. Serj Tankian (Vocals, Keyboard) meint, dass die Amerikaner es nicht anders verdient hätten, sie sollten ruhig mal lernen mit dem Gefühl zu leben, dass auf sie herab geschaut wird. Vielleicht würden sie dann bemerken was in diesem Land los ist. Besonders Bush sei ein Super-Gau, und Clinton könnte man auch nicht hinterher trauern. Die USA , ist nach China, eines der Länder in denen die meisten Menschen im Gefängnis sitzen. Und diese Zahl hat sich nach 1985 an verdoppelt. Dieses Thema sprechen sie wohl mit ‚Prison Song’ an, der mit Nachrichtenansagen wie ´Nearly 2 Million American are incarcarated in the Prison System, Prison System, Prison System of the U.S.´ gespickt ist. Natürlich erwartet sie nicht, dass sie mit ihren Texten eine Revolution auslösen können. Sie sind in erster Linie Musiker und keine Politiker, das unterscheidet sie laut Serj von RATM, der bei dieser Aussage lachte. Doch sie können auch anders, was nicht heißt schlechter... Daron Majakian hat sich zum Beispiel mit ‚Atwa’ versucht in die Gedanken von keinem geringeren als Charles Manson zu versetzen. Daron ist fasziniert von ihm, seiner Meinung nach ist er viel facettenreicher als die meisten wissen. Mit dem letzten Song auf Toxicity weisen sie auf ihre Herkunft hin, denn bekanntlich stammen alle 4 aus dem kleinen Land am Südzipfel der ehemaligen Sowjetunion, Armenien. Bei diesem Lied wurde sie von dem Künstler unterstützt, ein Armenier, den sie ins Studio geholt haben um die Persucation für dieses traditionell armenische Lied zu spielen. ‚Aerials’ ist ein Trauerlied, das bei Beerdigungen gespielt wird. Sie haben dazu auch schon die Meinung ihrer Familien eingeholt - John Dolmayan (Drums) spielte es seiner Mutter vor, die daraufhin anfing zu weinen. Zum Schluss kann ich nur eines sagen, wenn ihr auf Songs die melodiös wie Faith No More, hart wie Slipknot und atmosphärisch wie Tool oder Deftones klingen, solltet ihr losrennen und euch diese Scheibe sofort besorgen.

Verena Kuhn






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