Reviews

Gitarre, Schlagzeug, Bass, Gesang

Label: Impact Records (2004)

Supernichts sind mehrere Herren die nicht erwachsen werden wollen und trotz ihres Alters immer noch Punk rocken was das Zeug hält. Eigentlich ist es kein Punk, sondern urbaner Asi-Pop, so wie sie es nennen. Prominente Verstärkung in Form von Achim Arschloch aus der alten Knochenfabrik ist mit von der Partie. Was kann da noch schief gehen? Dieses Werk ist bereits Album Nummer Vier seit ihrer Gründung Mitte der Neunziger. Viel geändert hat sich nicht seit dem letzten Album, denn die Songs haben immer noch eine Durchschnittslänge von etwa 2 Minuten.

Lyrisch sind die Songs sehr gut ausgearbeitet und befassen sich meist mit der näheren Umgebung der Band wie ‚Nichts St. Tropez’ und ‚Saufen Auf Lehramt’ vermuten lassen. Eine dicke Portion Ironie verpackt in kleine mundgerechte Häppchen die etwa 40 Minuten überdauern wäre die beste Beschreibung für „Gitarre Schlagzeug Bass Gesang“. Aber nicht nur lokal wird zugeschlagen, sondern auch die Medien werden Opfer der Kritik. ‚Club Rotation Fuck Off’ ist das beste Beispiel das Kritik in ironisch verpackt viel Spaß machen kann. Nette Wortspiele und Spaß stehen den etwas ernsteren Titeln wie ‚Frag nicht’ gegenüber, die man der Band aber leider nicht abnehmen kann, weil Supernichts eher für Spaß steht als für ernsthafte und ehrliche Texte die bei etwas langsameren Gitarrenklängen gesungen werden. Melodisch und nicht zu langsam muss es sein, ansonsten ist das Ergebnis bei den Herren ein Schlag ins Wasser. Besonders verwunderlich ist der Bonustrack ‚Ingoelektro’ der zwar nicht von Supernichts, dafür aber von AKU ist. Der Track passt absolut nicht auf ein sonst sehr gutes Punkrockalbum, denn wie schon im Namen des Werks steht, ist der Song sehr elektronisch. Ein Fragezeichen bleibt nach durchhören des Albums noch stehen: Was haben Supernichts immer mit Arcachon?

Solide und zu zwei Dritteln sehr spaßig kann man es wagen dieses Album zu erwerben und den alten Männern über die Mid-Life Crisis zu helfen.

Winfried Bulach






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